Verbraucherzentralen fordern Sozialsiegel
Initiative prüft Billig-Spielzeuge aus China

Die Aktion „fair spielt“ will die Produktion von Billig-Spielzeug in China auf den Prüfstand stellen.

HB BONN. Einige deutsche Unternehmen hätten erste Schritte unternommen, um bessere Arbeitsbedingungen bei ihren chinesischen Lieferanten umzusetzen, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses, Christa Nickels, am Mittwoch in Bonn.

Die Aktion stellte eine Liste mit 28 deutschen Herstellern vor, die sich hier engagieren wollen. Die Initiative, bei der auch das kirchliche Hilfswerk Misereor mitarbeitet, setzt sich seit 1999 für faire Arbeitsbedingungen in der globalen Spielzeugindustrie ein. Es sei „unanständig“, Kinder mit Spielzeug zu beglücken, das in China unter menschenunwürdigen Umständen produziert worden sei, sagte Nickels.

Für den Verbraucher in Deutschland ist es allerdings schwer, sich ein Bild zu machen, da es keine direkte Kennzeichnung an den Produkten gibt. Außerdem ist bislang erst ein Bruchteil der rund 9000 chinesischen Spielzeugfabriken auf ihre Arbeitsbedingungen hin überprüft worden. Ein Vertreter der deutschen Spielwarenindustrie verwies darauf, dass sich die Verbraucher vor allem an günstigen Preisen orientierten.

Für eine „soziale Kaufentscheidung“ müssten die Verbraucher auch erkennen können, ob das Spielzeug „fair“ produziert worden sei, erläuterte Partrick von Braunmühl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (VZBV). Dafür sei eine Kennzeichnung mit einem Sozialsiegel notwendig. Der Verbraucher sollte sich vor allem bei Billigware auf Märkten oder in Ramschläden zurückhalten.

„Geiz ist geil“ könne sich der deutsche Verbraucher auch bei Spielzeug nur deshalb leisten, weil in China und anderen Billiglohnländern für die Arbeitskräfte nicht akzeptable Zustände herrschten, sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. Die ausländischen Unternehmen, die in China produzieren ließen oder dort einkauften, müssten selbst die Verantwortung dafür übernehmen, dass ihre Waren unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden.

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