Verdacht auf Absprache: EU-Razzia bei Strombörsen

Verdacht auf Absprache
EU-Razzia bei Strombörsen

EU-Behörden haben wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen die Geschäftsräume von Strombörsen-Betreibern in mehreren EU-Ländern durchsucht - noch gilt die Unschuldsvermutung.
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Brüssel/FrankfurtDie EU-Kommission bestätigte am späten Dienstagnachmittag, Geschäftsräume verschiedener Strombörsen unangekündigt durchsucht zu haben. Dabei seien die Ermittler von Kollegen nationaler Behörden begleitet worden. Namen oder Details zu den Vorwürfen nannte die Kommission nicht. An Strombörsen kaufen und verkaufen Unternehmen Energie.

Nach Informationen des Handelsblattes waren unter anderem die Geschäftsräume der EPEX Spot in Paris (ein Gemeinschaftsunternehmen von EEX und Powernext Paris) sowie Büros von Nordpool Spot in Norwegen betroffen. Norwegen zählt wie Lichtenstein und Island seit 1992 zum Europäischen Wirtschaftsraum. Deshalb gelten auch hier die einschlägigen Wettbewerbsbedingungen. Am Spotmarkt wird Strom für den kurzfristigen Bedarf gehandelt.

Als Miteigner der EPEX Spot (also der Strom-Spotmarkt-Tochter von  EEX und Powernext) haben den Informationen zufolge sowohl die EEX als auch die EPEX Spot der EU-Kommission ihre Mitarbeit bei der Untersuchung zugesagt. Bei der EEX in Leipzig hat es keine Durchsuchung gegeben.

Die Razzien deuten darauf hin, dass die EU-Kommission eine Untersuchung einleiten wird. Es besteht der Verdacht, dass die betroffenen Börsen Kartellabsprachen getroffen haben. Das ist in Europa verboten. Die Untersuchung bedeute aber nicht, dass die Unternehmen schuldig seien, betonte die Kommission. Eine Zeitplan für die weitere Untersuchung gibt es nicht. Werden Unternehmen illegaler Wettbewerbspraktiken überführt, drohen ihnen empfindliche Geldstrafen - möglich sind bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

 

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