Verdacht auf Kreditbetrug
Ehemaliger Porsche-Finanzchef muss vor Gericht

Während die Zukunft der Porsche-Holding geklärt zu sein scheint, holt die Vergangenheit den Autobauer immer wieder ein. Nun muss sich der Ex-Finanzchef Holger Härter wegen Kreditbetrugs vor Gericht verantworten.
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StuttgartDer Ex-Finanzchef des Porsche-Konzerns, Holger Härter, muss wegen Kreditbetruges vor Gericht. Damit steht nun endgültig fest, dass es für den einstigen Architekten des spektakulär gescheiterten Übernahmeangriffs auf Volkswagen ein strafrechtliches Nachspiel geben wird. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart erhobene Anklage gegen den früheren Top-Manager sowie gegen zwei seiner damaligen Führungskräfte sei „vollumfänglich zugelassen“, wie ein Sprecher des Landgerichts am Dienstag bestätigte. „Es ist entschieden worden, das Hauptverfahren zu eröffnen, Termine stehen aber noch nicht fest“, erklärte er weiter.

Härter und zwei seiner Spitzenkräfte aus der Finanzabteilung der Porsche SE sollen während des Übernahmekampfs mit dem VW-Konzern bei Verhandlungen für Kreditgeschäfte eine Bank falsch informiert haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht entsprechende Vorwürfe als stichhaltig genug an und brachte die Anklage im März auf den Weg.

Härter wies damals alle Anschuldigungen zurück. Er sehe dem Verfahren „mit großer Gelassenheit entgegen“, ließ er mitteilen. Anfang März wurde der Ex-Manager von Anne Wehnert vertreten - einer Expertin für Wirtschaftsstrafrecht etwa bei den Schwerpunkten Korruption, Untreue, Betrug, oder Insiderhandel. Sie promovierte auf dem Gebiet Strafprozessrecht und arbeitet als Partnerin für die Düsseldorfer Sozietät tdwe. Am Dienstag war sie nicht zu erreichen.

Neben Härter droht nach wie vor auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking eine Anklage. Gegen ihn laufen weiterhin Prüfungen wegen des Vorwurfs der Untreue und Marktmanipulation. Die Anklage gegen Härter war nur ein erster Zwischenstand. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft dauert es noch, bis alle Ergebnisse feststehen.

Wiedeking und sein Finanzchef Härter hatten das Unternehmen im Sommer 2009 verlassen müssen. Um das Ergebnis ihrer damaligen Arbeit drehen sich inzwischen zahlreiche nationale und internationale Investorenklagen, bei denen es teils im Milliardenforderungen geht. Anlager fühlen sich rückblickend fehlinformiert und betrogen.

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Ein weiteres Kapitel im Wirtschaftskrimi

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  • >> In einem Jahr verdiente der damalige Porsche Chef 100 Mio.€. <<
    Bei seinem Antritt 1993 wurden Erfolgsbeteiligungen vereinbart. Unter ihm wurde der Sanierungsfall Porsche zur entsprechend verdienenden dt. Vorzeigefirma, bevor auch er dem Größenwahn anheim fiel.

    >> Bei so vielen Krediten die Porsche aufnehmen musste konnte das nur schief gehen. <<
    Und das hätte jede Dorfbank und jeder 'Investor' erkennen können, resp. müssen.

    Es passte allerdings durchaus ins Bild, würden diese institutionellen 'Investorenklagen nun durchkommen, nachdem man den privaten Lehman-"Investoren" ihren fehlenden Kopfgebrauch vergolten hat.

    Je größer das Rad, desto gieriger die Gläubiger.
    Oder: Gier frisst Hirn.
    That's it, that's all.

  • Na bitte!!
    Als ich vom Übernahmeversuch von Porsche hörte, fragte ich mich,wie will eine Firma die 100000 Autos baut eine Firma kaufen die 7,83Mio. Autos baut.
    Bei so vielen Krediten die Porsche aufnehmen musste konnte das nur schief gehen.
    In einem Jahr verdiente der damalige Porsche Chef 100 Mio.€.
    Was mich aber sehr freut ist, das endlich mal die Manager für Ihre Fehler verantwortlich gemacht werden. Denn man hätte diese Risiken einplanen müssen. Auch finde ich das, wenn die Urteile gesprochen werden die Strafen von den verantwotlichen Managern und nicht von einer Versicherung getragen werden sollten.
    Gerade wenn es um finanzielle Strafen geht.

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