Verdacht der US-Behörden
BP soll Ölpreis manipuliert haben

Die USA verdächtigen BP, die Märkte für Rohöl und bleifreies Benzin manipuliert zu haben. Der britische Ölriese bestätigte am Dienstag entsprechende Ermittlungen, wollte aber dazu keine weitere Stellungnahme abgeben.

HB NEW YORK. US-Behörden werfen dem britischen Ölriesen bereits gerichtlich vor, die Preise für Propangas künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Der um ein umweltfreundliches Image bemühte Konzern steht außerdem heftig in der Kritik, weil aus seinen verrosteten Pipelines in Alaska vor wenigen Wochen Öl ausgetreten war.

Die Untersuchungen zu Öl und Benzin könnten den öffentlichen und politischen Druck auf BP deutlich erhöhen, da diese Märkte viel größer sind als der Gasmarkt und viele US-Haushalte direkt betreffen. Dem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge hat die Handelsaufsicht bereits im Falle des Rohöl-Handels Vorladungen an BP und Energiehändler geschickt. Die Ermittlungen zum Benzinmarkt liefen bereits seit mehr als einem Jahr, beträfen allerdings nur einen einzigen Handelstag im Jahr 2002.

Im Zuge der jüngsten Untersuchung über den Rohölmarkt verschickte die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Vorladungen an BP und Energiehändler. Hintergrund seien mögliche Manipulationen von weltweiten außerbörslichen Märkten in den Jahren 2003 und 2004, sagten Rechtsanwälte und Händler die im Zusammenhang mit der Untersuchung kontaktiert wurden.

Die außerbörslichen Märkte beinhalten unter anderem den elektronischen oder telefonischen Handel von Produkten, die nicht an den Rohstoffbörsen gehandelt werden oder über Marktplätze abgewickelt werden, die nicht direkt von den staatlichen Regulierungsbehörden überwacht werden.

Die Untersuchungen zu möglichen Manipulationen am bleifreien Benzinmarkt laufen nach Angaben von dem Fall nahe stehenden Rechtsanwälten und Händlern bereits über ein Jahr und wurden vom US-Justizministerium initiiert. Es geht dabei um bestimmte Handelsbewegungen an der New York Mercantile Exchange an einem Handelstag im Jahr 2002.

Ein BP-Sprecher in Großbritannien bestätigte, dass sein Unternehmen Kenntnis von Untersuchungen in den USA habe und BP dabei vollständig kooperiere. Worin es in diesen Untersuchungen geht, wollte der Sprecher nicht näher ausführen. Nach Angaben von Mitarbeitern anderer Firmen haben auch mehrere Handelsunternehmen Anfragen von CFTC erhalten, so dass sich die Untersuchung noch deutlich über BP hinaus ausweiten könnte.

Ein CFTC-Sprecher lehnte eine Stellungnahme mit dem Hinweis ab, dass die Behörde generell keine Untersuchungen bestätige oder dementiere. Auch ein Sprecher des Justizministeriums lehnte einen Kommentar zu möglichen Untersuchungen ab.

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