Verdächtige Zahlungen
ABB zeigt sich selbst an

Der Schweizer Elektrotechnik- und Automationskonzern ABB befürchtet, dass Mitarbeiter Schmiergeld gezahlt haben und hat daraufhin die US-Behöreden eingeschaltet. Es wäre nicht der erste Fall bei dem Unternehmen.

HB ZÜRICH. Es habe „verdächtige Zahlungen“ in einem Land „im Mittleren Osten“ gegeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Zürich mit. Das sei bei einer Innenrevision festgestellt worden. Über diese Vorfälle seien das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC informiert worden. Gegen mehrere Mitarbeiter hat das Unternehmen disziplinarische Ermittlungen eingeleitet.

Eventuell könnten die Zahlungen gegen die Anti-Korruptionsgesetze und andere anwendbare Gesetze verstoßen, schreibt ABB. Die US-Regeln betreffen ABB wegen der Notiz an der New Yorker Börse. Die freiwillig gemeldeten Vorfälle könnten für den Konzern Geldbußen und weitere Konsequenzen im ABB-Geschäft haben. Bei der Bank Julius Bär hieß es, dass die finanziellen Auswirkungen derzeit schwer abzuschätzen seien. Generell schätzten Investoren Unsicherheiten aber nicht.

ABB war bereits in der Vergangenheit verschiedentlich wegen Unregelmäßigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Die Fälle hatten den Konzern bereits mehrere Mill. Dollar gekostet. Aufsehenerregend war ein Bestechungsverfahren in den USA, in dem sich im Juli 2004 zwei Tochtergesellschaften schuldig bekannt hatten, afrikanische und asiatische Regierungsvertreter zwischen 1998 und 2003 bestochen zu haben, um sich Aufträge zu sichern.

Im vergangenen April hatte ABB die US-Behörden über Unregelmässigkeiten und verdächtige Zahlungen bei der US-Softwaretochter ABB Network Management informiert. Im Jahr 2004 hatte das Unternehmen finanzielle Unregelmässigkeiten bei einer italienischen Tochtergesellschaft entdeckt und den Geschäftsführer entlassen.

Der neuerliche Fall kommt zur Unzeit. ABB steht in den USA knapp vor dem Abschluss eines milliardenschwerden und sich seit Jahren hinziehenden Asbest-Vergleichs.

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