Verdeckte Krebsrisiken
Pharmariesen müssen Milliardenstrafe zahlen

Schock für zwei Pharmagiganten: Ein Gericht in den USA verurteilte Eli Lilly und Takeda zu einer Milliardenstrafe. Die Unternehmen sollen Krebsrisiken des Medikamentes Actos verheimlicht haben.
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Ein US-Gericht hat zwei Pharmafirmen zu Geldbußen von neun Milliarden Dollar verdonnert. Einem Anwalt der Kläger zufolge muss der japanische Konzern Takeda Pharmaceutical sechs Milliarden Dollar zahlen, der US-Konzern Eli Lilly drei Milliarden. In dem Verfahren ging es darum, dass Krebsrisiken des Diabetes-Medikaments Actos verschwiegen wurden. Das Gericht verhängte zudem Entschädigungszahlungen über 1,475 Millionen Dollar. Es war das erste Verfahren dieser Art.

An der Börse in Tokio brachen die Aktien von Takeda nach Bekanntwerden des Gerichtsentscheids vor Handelsbeginn um über acht Prozent ein – der größte Verlust seit 2009.

„Ich hoffe, die Manager von Takeda in Japan haben laut und deutlich gehört was die Jury gesagt hat“, kommentierte Mark Lanier, Anwalt des Klägers Terrence Allen, das Urteil. Allen war nach Einnahme des Medikamentes Actos an Krebs erkrankt und sieht in dem Arzneimittel die Ursache dafür.

Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die hohe Strafsumme von neun Milliarden Dollar noch reduziert wird, da sich die Strafzahlung an dem zugestandenen Schadensersatz orientieren muss. Maximal das Zehnfache des Schadensersatzes sei akzeptabel, hieß es vom US Surpreme Court, dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten.

Takeda zeigte sich verständnislos nach Bekanntgabe des harten Urteils. „Trotz allem Respekt stimmt Takeda nicht mit dem Urteil überein und wir werden es energisch mit allen rechtlichen Mitteln anfechten“, hieß es von Takeda. Das Unternehmen fühle zwar mit Allen, es fehlten aber Beweise dafür, dass das Medikament Actos für seinen Blasenkrebs verantwortlich ist.

Eli Lilly wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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