Verdi hält an 35-Stunden-Woche fest
Druckindustrie drohen weitere Warnstreiks

Im Tarifstreit in der deutschen Druckindustrie will Verdi die Proteste ausweiten. Verdi-Verhandlungsführer Werneke lehnte eine Verlängerung der Arbeitszeit erneut ab.

HB BERLIN. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat angesichts der stockenden Tarifverhandlungen für die deutsche Druckindustrie weitere Warnstreiks angekündigt. «Wir werden die Warnstreiks ausdehnen und noch mehr Belegschaften einbeziehen», sagte Verhandlungsführer und Verdi-Vize Frank Werneke dem «Spiegel», wie das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab berichtete. Es gebe immer häufiger Versuche der Arbeitgeber, den Tarifvertrag zu unterlaufen, kritisierte er.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 200.000 Beschäftigten 3,7 Prozent mehr Lohn. Zudem besteht Verdi auf die 35-Stunden-Woche. Wenn die Arbeitgeber ihr Forderungspaket nicht aufschnüre, werde es zur Urabstimmung kommen. «Und zwar nicht erst im Herbst», warnte Werneke.

Angesichts der Tarifabschlüsse in anderen Branchen sei Verdi durchaus bewegungsfähig. Allerdings erteilte Werneke der Forderung nach längeren Arbeitszeiten erneut eine klare Absage: «Wir haben es mit einer Branche zu tun, in der die Produktion kontinuierlich zurückgeht. Reagiert man in einer solchen Situation mit längeren Arbeitszeiten, kann man sich an drei Fingern abzählen, dass am Ende Arbeitsplätze gestrichen werden».

Die Arbeitgeber streben unter anderem Öffnungsklauseln an, die es den Firmen erlauben würden, ohne Lohnausgleich die Arbeitszeit zu verlängern und so der Lage in den einzelnen Betrieben anzupassen.

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