Vereinbarung mit Gewerkschaften
Lanxess geht auf Konfliktkurs zu Beschäftigten

Der Chemiekonzern Lanxess geht in seinem Bestreben um Kostensenkungen auf Konfrontationskurs zu seinen Beschäftigten: Das Unternehmen will die zum Jahresende auslaufende Vereinbarung zur Standortsicherung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, nicht verlängern. Die Gewerkschaften erwarten schwierige Verhandlungen.

HB FRANKFURT. "In der gegenwärtigen Form kann die Vereinbarung nicht fortgesetzt werden", sagte ein Lanxess-Sprecher am Mittwoch. Die jetzigen Rahmenbedingungen seien langfristig ein Hindernis, international wettbewerbsfähig in Deutschland zu produzieren. Betriebsbedingte Kündigungen seien derzeit aber nicht geplant. "Ist gibt derzeit kein Projekt, das betriebsbedingte Kündigungen vorsieht." Langfristig seien diese aber nicht ausgeschlossen. Das hänge von dem Ausgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab, die in der vergangenen Woche begonnen hätten.

Die Gewerkschaft erwartet schwierige Verhandlungen. "Die Arbeitnehmer haben in den Jahren 2005 bis 2007 ihren Solidaritätsbeitrag geleistet", sagte der für Lanxess zuständige Gewerkschaftler der IG BCE, Wolfgang Blossey. "Wir wollen unter anderem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen erreichen." Wie Blossey der "Financial Times Deutschland" sagte, ist Lanxess aber nicht bereit, darüber zu verhandeln. Im Umfeld des Vorstandes ist dies der Zeitung zufolge bestätigt worden. "In diesem Bereich werden wir nicht sehr kompromissbereit sein", zitierte die Zeitung eine dem Management nahe stehende Person.

Die Standortsicherungsvereinbarung wurde 2003 im Vorfeld der Abspaltung von Lanxess von Bayer vereinbart und gilt bis Ende 2007. Bis zu diesem Zeitpunkt sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Im Rahmen seines Sanierungskurses hatte Lanxess gleichwohl rund 1000 Stellen abgebaut. mit diesen Stellenstreichungen und weiteren Sparmaßnahmen aus den Restrukturierungspaketen will der Konzern seine Kosten bis 2009 um 260 Mill. Euro senken. Im Gegensatz zu Lanxess hatte Bayer hatte seine Standortsicherungsvereinbarung im Frühjahr bis 2009 verlängert.

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