Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Management
Grohe entlässt 943 Menschen

Grohe baut weit weniger Stellen ab als angekündigt. Betriebsrat und Unternehmensleitung haben sich darauf in Verhandlungen verständigt.

HB DÜSSELDORF. Bis Ende fallen 1240 Arbeitsplätze in den Werken Hemer (Sauerland) und Lahr (Baden-Württemberg) weg. 943 Mitarbeiter werden entlassen, der Rest scheidet etwa durch Pensionierung aus. Das teilten die IG Metall und das Unternehmen am Mittwoch mit. Für die übrigen Mitarbeiter sei bis Ende 2008 eine Arbeitsplatzgarantie mit entsprechenden Investitionen für die Standorte vereinbart worden, erklärte die Gewerkschaft. Das Werk im brandenburgischen Herzberg mit rund 300 Mitarbeitern wird aber wie schon in der vergangenen Woche angekündigt geschlossen.

Das im April von der Unternehmensberatung McKinsey vorgestellte Restrukturierungskonzept hatte ursprünglich den Abbau von 3000 der insgesamt rund 4500 Stellen vorgesehen sowie eine weitgehende Verlagerung der Produktion ins Ausland. So sollten ab 2007 jährlich 150 Millionen Euro eingespart werden.

Durch den gewerkschaftlichen Protest und konsequente Verhandlungen der Arbeitnehmervertreter bei Grohe sei es gelungen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China erst einmal zu stoppen, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel. Die vereinbarten Investitionen gäben vielen Beschäftigten neue Perspektiven. Für die betroffenen Mitarbeiter werde es einen Sozialplan und Transferhilfen in neue Arbeit geben.

Noch 2003 seien bei Grohe von jedem Euro Umsatz 20 Cent als Gewinn in die Unternehmenskasse geflossen. Die erste Investorengruppe BC Partners, die 1999 Grohe übernommen hatte, sei 2004 mit dem achtfachen des eingesetzten Kapitals wieder ausgestiegen. Wesentlich liege es an dieser Kapitalentnahme, dass jetzt im Unternehmen nicht alle Arbeitsplätze zu halten seien, erklärte Wetzel.

Die Texas Pacific Group und CSFB Private Equity hatten den weltweit größten Sanitär-Exporteur im vergangenen Sommer vom britischen Finanzinvestor BC Partners für etwa 1,5 Milliarden Euro übernommen. BC Partners wiederum hatte Grohe Ende 1999 für 900 Millionen Euro erworben und das damals im Nebenwertesegment MDax notierte Unternehmen von der Börse genommen.

Der Weiterverkauf von einem Finanzinvestor zum nächsten hatte ein Loch in die Bilanz gerissen, weil Grohe seine eigene Übernahme finanzieren musste. Nach Abschluss der Transaktion stand Grohe mit 1,15 Mrd. Euro bei den Banken in der Kreide. Die Schulden sind gut 200 Mill. Euro höher als der Umsatz.

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