Vereinigung des Konzerns läuft nach Plan
Shell rüstet sich für Konsolidierungswelle

Die anstehende Umstrukturierung soll den Ölkonzern Royal Dutch/Shell auch auf mögliche große Fusionen vorbereiten. Das sagte Finanzchef Peter Voser in einem Interview mit dem Handelsblatt.

HB FRANKFURT. In der letzten großen Konsolidierungswelle der Öl- und Gasindustrie Ende der neunziger Jahre habe die komplizierte Struktur mit zwei Konzernmüttern – einer britischen und einer niederländischen – Shell benachteiligt.

„Die Umstrukturierung gibt uns die Möglichkeit, Aktien als Akquisitionswährung einzusetzen. Das stellt uns mit unseren Hauptkonkurrenten gleich“, erklärte Voser. „Das könnte in einer eventuellen Konsolidierungsphase der Industrie von Nutzen sein.“ Aktuell stehe eine solche große Übernahme allerdings nicht an, stellte er klar.

Damit wies er Erwägungen von Analysten zurück, Shell könnte durch eine Fusion mit einem anderen Ölriesen Lücken in den eigenen Öl- und Gasreserven ausgleichen. „Bei den heutigen Preisen muss man sich eine große Übernahme nicht zweimal, sondern fünfmal überlegen“, sagte Voser. Ölkonzerne sind an den Börsen hoch bewertet, weil ihre Gewinne dank der hohen Rohölpreise enorm gestiegen sind.

„Im Moment ist die Profitabilität durch organisches Wachstum wesentlich größer als die, die man durch große Akquisitionen erzielen könnte“, erklärte Voser. Kleinere Akquisitionen – im Wert von einer bis fünf Milliarden Dollar – seien für Shell aber immer interessant. Dafür bräuchte der Konzern allerdings keine Aktien als Tauschwährung – „die könnten wir leicht mit Cash oder mit Krediten finanzieren“.

Aktionärsversammlungen der niederländischen Royal Dutch und der britischen Shell Transport sollen am 28. Juni über die Vereinigung der beiden Konzernteile zur Royal Dutch Shell Plc mit Sitz in Den Haag entscheiden. Damit wird Shell ein Unternehmen englischen Rechts mit holländischem Steuersitz. Die Aktien der alten Dachgesellschaften werden in Papiere des neuen Konzerns getauscht, der an den Börsen London, Amsterdam und New York notiert sein wird. „Wir wollten, dass die Firma mit ihrer ganzen Marktkapitalisierung an einer großen Börse notiert ist, ohne dass wir uns steuerlich verschlechtern“, erklärt Voser die Konstruktion.

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