Verfall der Rohstoffpreise
BHP Billiton bläst Rio Tinto-Übernahme ab

Der Bergbaukonzern BHP Billiton hat die geplante 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme seines Konkurrenten Rio Tinto verworfen. Eine Offerte sei nicht mehr im Interesse des Unternehmens, teilte BHP am Dienstag mit. Des Weiteren kündigten die Australier Abschreibungen in Höhe von 450 Millionen Dollar an.

HB SYDNEY. Grund sei der Verfall der globalen Marktbedingungen. BHP-CEO Marius Kloppers sagte, die gegenwärtigen konjunkturellen Umstände und der jüngste Verfall der Rohstoffpreise hätten zu einem höheren Risiko einer potenziellen Transaktion geführt. "BHP Billiton ist sehr auf die Stärke der Bilanz fokussiert".

Das Risiko durch die hohe Verschuldung, die ein fusioniertes Unternehmens haben würde sowie die Schwierigkeiten beim Verkauf von Vermögenswerten seien so groß, dass das Risiko für die Anteilseigner auf einem inakzeptabel hohen Niveau lägen, hieß es in der Mitteilung von BHP Billiton weiter. Zudem verwies das Unternehmen auf Auflagen der EU-Kommission hin, die bei der Fusion eine Trennung von Teilen des Eisenerz- und Kohlegeschäfts verlangt hätte.

BHP Billiton wollte Rio Tinto ursprünglich für 150 Mrd. Dollar übernehmen und den Kauf mit eigenen Aktien bezahlen. Als größte Hürde für den Kauf galt die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter. Im Blickpunkt stand vor allem der Markt für Eisenerz. Der Konzern hatte Anfang November angekündigt, Bedenken der Kommission ausräumen zu wollen.

Rio Tinto wollte sich zu der zurückgezogenen Offerte seines Rivalen nicht äußern. Des Weiteren teilte BHP Billiton mit, dass im laufenden Jahr wegen eines Nachfragerückgangs nach Nickel Einmalkosten in Höhe von rund 2,1 Milliarden Dollar vor Steuern anfielen.

"Gut für BHP Billiton, schlecht für Rio Tinto"

Die Aktien des australisch-britischen Rohstoffkonzerns BHP Billiton und des Bergbaukonzerns Rio Tinto rücken am Dienstag in den Fokus. In einer ersten Reaktion bewerteten Marktteilnehmer den Schritt überwiegend positiv. Das seien gute Nachrichten für Stahlhersteller, sagte ein Experte. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen hätte eine Verknappung von Eisenerz und damit höhere Preise bedeutet.

"Gut für BHP-Billiton, schlecht für Rio Tinto", sagte ein weiterer Marktteilnehmer. BHP Billiton habe angesichts des angeschlagenen konjunkturellen Umfelds und des allgemeinen Preisverfalls strategisch richtig reagiert und die "Reißleine" gezogen. Nun könnte erneut Chinalco als Bieter für Rio Tinto auf den Plan treten, vermutet der Händler.

Der Aktienkurs von BHP Billiton stieg im Franfkurter Handel zum Börsenstart um knapp zehn Prozent auf 14,10 Euro. Rio Tinto verloren dagegen 37 Prozent (17,91 Euro).

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