Vergebliche Käufersuche: Siemens schließt seine Solarsparte

Vergebliche Käufersuche
Siemens schließt seine Solarsparte

Die Suche nach einem Käufer für die defizitäre Solarsparte blieb erfolglos. Nun will das Siemens-Management den teuren Ausflug ins Solargeschäft beenden. Die Sparte wird geschlossen. Das dürfte noch einmal Geld kosten.
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DüsseldorfNach der vergeblichen Suche nach einem Käufer zieht der Münchener Siemens-Konzern einen Schlussstrich unter seinen kostspieligen Ausflug ins Solargeschäft. Die Sparte werde geschlossen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Ein Siemens-Sprecher bestätigte, dass die Fertigung in Kürze eingestellt werden solle. Siemens werde laufende Projekte aber zu Ende bringen und auch die Gewährleistungspflichten in den nächsten Jahren erfüllen.

Von der Entscheidung sind 280 Arbeitsplätze vor allem in Israel betroffen. Siemens hatte im Jahr 2009 den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Millionen Euro übernommen. Die Schließung dürfte laut Branchenkreisen noch einmal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. Damit belaufen sich die Gesamtbelastungen für Siemens einschließlich der bisher aufgelaufenen operativen Verluste auf knapp eine Milliarde Euro.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte im Oktober 2012 den Ausstieg aus dem Solargeschäft verkündet. Anfang des Jahres hatte Theodor Scheidegger, der Chef der Solarsparte, das Unternehmen „in beiderseitigem Einvernehmen“ verlassen. Seinen Posten übernahm Finanzvorstand Michael Axmann. Bei den erneuerbaren Energien will sich Siemens künftig auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren.

Kommentare zu "Siemens schließt seine Solarsparte"

Alle Kommentare
  • Herr Duerre..mir fällt kein Grund ein warum ausgerechnet die Kosten kleiner Akkumulatoren massiv einbrechen sollen.

    Kleine Akkumulatoren werden seit langem industriell gefertigt. Die Fertigung erfolgt meist in Asien.

    Vandale

  • Abwegige Gedanken sind nur solange abwegig, bis der Weg ausgebaut wurde.
    Alles richtig was Sie sagen, zu heutigen Kosten.
    Ich betrachte die mögliche Lernkurve und sehe Redoxflow Batterien durchaus als Option. Gegen Redoxflow spricht das Vorhandensein von beweglichen Teilen (Pumpe), was zu Wartungskosten führt, der Wirkungsgrad liegt bei angestrebt 75% was ok aber geringer als bei Li-Batterien ist.

    Was führt Sie dazu, Erzeugungskosten von Braunkohlestrom mit Vergütungssätzen von Windkraft zu vergleichen?

    Sie wollen doch nicht ernsthaft strategische Entscheidungen, um die es hier im Artikel schließlich ging, von vergangenen Preisen wenig entwickelter Technologie abhängig machen?

    Warum werfen Sie mir Religion vor? Ich möchte nicht Syrien missionieren, um dort Gaspipelines zur Erhaltung des fossilen Statusquo zu verlegen.
    Ich treffe Annahmen über Grenzkosten und Lernkurven und komme zu dem Ergebnis, das auch kleine Stromspeicher in Kürze spottbillig werden. Billiger Speicher hat massive Konsequenzen für die Energiebranche.
    Veränderung kann man sich stellen oder versuchen sie mit Gewalt herauszuzögern, letzteres wird teurer.

  • Speicherung zu einem marktgängingen Preis wird es in den nächsten Jahren nicht geben - und ist auch nicht notwendig. Wenn man aber 2 unterschiedliche Energiequellen in einem Hybridkraftwerk verbindet, braucht man das uch nicht. Solarthermie am Tage, bei Schlechtwetter bzw. nachts per konvetionellem Gasbrenner/Biogasbrenner. Die Turbine, Peripheriegeräte usw. sind ja alle schon da und nutzbar - Energieerzeugung nach Bedarf und Sicherung der Netze sind die relevanten Maßgaben, nicht politische Vorstellungen.

    In der Sahara gibt es große Süßwasservorkommen, außerdem sind weit über 90% der Bevölkerung in Wassernähe - Nil oder Mittelmeer. Da solarthermie mit Direktverdampfung im geschlossen Kreislauf fährt, ist der Wasserverbrauch eher gering und word vor allem nur zur Kühlung gebraucht.

  • Die "große Leistung" von Herrn Löscher war die Bekämpfung der " Korruptionsaffäre" zusammen mit Herrn Cromme und der hat sich als damaliger Verantwortlicher im Aufsichtsrat für die Thematik Compliance schadlos gehalten - der weiß in der Regel von nichts - siehe Thyssen Krupp.

    Zusammen genommen ein Musterbeispiel für Unternehmensführung.

    Kein Mensch interessiert sich für die Auswirkungen des miserablen Betriebsklimas
    heute in Siemens, sicher bis in die obersten Kreise des Siemens Managements, mit all den Auswirkungen auf die Leistungsträger im mittleren und unteren Management.

    In der Regel gehen die Besten zuerst.

    Herrn Löschers Zick Zack Kurs der letzten Jahre, sollten sich messen an der großartigen Leistung eines von Pierers, der abgesehen von den bekannten Verfehlungen - wer wirft den ersten Stein - nach innen und außen Siemens mit Fach - und Sachkenntnis zu einem Unternehmen mit Weltruhm geführt und gehalten hat.
    Der massive Personausbau - wir werden Marktführer - gefolgt von endlosen Versprechen z.B der teuren Anknüpfung an den Offshore Windpark - offensichtlich ohne Rücksprache mit der Technik im Hause - zwei Jahre später Kommando zurück - jetzt müssen alle wieder gehen - selber Schuld ihr habt es nicht geschafft - und weiter so.

    Was hat das mit Unternehmensführung zu tun.

    Für mich ist das Effekthascherei um den kurzlebigen Nachrichtendurst zu befriedigen, aber kein nachhaltiges Unternehmertum und schon gar nicht die Angst vor den Konsequenzen der eigenen Handlungen und deren Verfehlungen.
    Kein Unternehmer kann sich derartige Fehleinschätzungen ungestraft leisten - außer sein Name ist Löscher mit Aufsichtsrat Cromme - der am Ende von nichts etwas weiß!

  • Ohne Speicher keine Grundlast durch Sonne und Wind. Leider ist dort wo die Sonne kräftig scheint das Wasser Mangelware.
    In der Sahara ließen sich ganz tolle Solarkraftwerke bauen, nur betreiben ließen sie sich nicht. Das ist eine Erkenntnis, die Siemens nun eine Milliarde Euro kostet. Das hätte ich Herrn Löscher schon für eine Million beigebracht!

  • Stimmt genau. Das Gleiche gilt für das Elektroauto an dem die Bundesregierung ja auch festhalten muss. "Better Place" von Shai Agassi ist auch eine fast Milliardenpleite geworden. Statt daraus zu lernen, rennen wir weiter in die Richtung des Desasters.

    Solange immer noch Kohlenwasserstoffe in stationären Anwendungen verbraucht werden, macht das Elektroauto keinen Sinn; es sei denn aus Gründen der lokalen Kontaminierung in den Städten.

  • Ja, die Reparaturwerkstätten für Autos made in Danmark or Austria florieren weltweit--nicht nur in Deutschland
    ich weiß, der Vergleich hinkt ein bisschen, aber nur ein bißchen, und kann sicher durch noch einleuchtendere Vergleiche ersetzt werden.)

  • @Vandale
    Da muss ich widersprechen!
    Das Kernkraftwerksgeschäft war für Siemens nicht nur auf Deutschland beschränkt! Weltweit hatte Siemens den Zugang zu den Kernkraftwerk Betreiber Länder. Brasilien soll hier nur mal als Beispiel genannt werden. Auch wenn Deutschland politisch aus der Kernkraft aussteigen will, dann bedeutet dies noch lange nicht, dass die Unternehmen, die bis dato gut im Geschäft und in der Entwicklung und Forschung weltspitze waren (die Sicherheitstechnik ist in der Kernkraft "made by Germany/siemens"!) auch aussteigen! Siemens hat sein Kernkraft-Wissen an die Franzosen (AREVA) verkauft und das zum Schaden des ganzen Siemens-Konzern!
    Auch beim lukrativen Rückbau der Kernkraft-Reaktoren spielt Siemens keine Rolle mehr. Es werden in Europa ab sofort alle relevanten Kernkraft-Projekte über die Franzosen AREVA abgewickelt. Und AREVA ist damit nicht nur in Europa der Matchwinner, sondern auch weltweit gesehen!
    Siemens wollte ja noch vor kurzen mit den Russen in eine Kern-Partnerschaft eingehen. Aber zum Schluss hat das Siemens-Management sich komplett den deutschen politischen Energie-Miss-Management unterworfen. Siemens war kein Betreiber von Kernkraftwerken, wie es EON,RWE und ENBWE in Deutschland und für Deutschland waren, sondern war ein global Player in der Kernkraftwerks-Technik und damit eine Innovationsgröße für Neu-Weiterentwicklung und Forschung im Hightech-Bereich Kernkraft!
    Eines ist nämlich jetzt schon klar...Die Kernkraft wird die zukünftige Innovationskraft sein und wird die sog. Erneuerbaren Energietechniken sowohl technisch wie auch wirtschaftlich, klar hinter sich lassen! Das Siemens Management hätte diesen Weitblick haben müssen und hätte NIE aus der Kernkraft aussteigen dürfen! Besonders in unvernünftigen und verständnislosen politischen Zeiten einer neuen grünsozialistischen Diktatur-Riege des deutschen Bundestags!

  • Die Firma Siemens KWU hat nach 1990 keine Aufträge mehr zum Bau von Kernkraftwerken gehabt. Die letzte Baugenehmigung eines Kernkraftwerks in Deutschland (Bayern) wurde 1998 zurückgezogen.
    Geld wurde und wird mit Nachrüstungen und Reparaturen verdient.

    Nach einigen Jahren des Wartens hat man dann den Bereich Kernkraft in ein Joint Venture mit Framatome, später AREVA eingebracht. Meines Erachtens kann es sich kein Unternehmen leisten einen Bereich aufrecht zu erhalten der auf unabsehbare Zeit kein Geschäft generiert.

    Andererseits ist ein grosser Teil der Gesellschaft ökoreligiös illusioniert.

    Ich empfinde die Entscheidung von Siemens als nachvollziehbar. Das Problem liegt in der Gesellschaft die sich der ökologischen Religion verschrieben hat. Siemens hat sich sinnvollerweise der Gesellschaft angepasst.

    Vandale

  • Herr Dürre, zur Speicherung grosser Mengen Strom verwendet man aus Kostengründen regelmässig keine Lithiumakkumulatoren. Wenn die Kosten aufgrund der Religion, bzw. der Subventionssätze, keine Rolle spielen mag das anders sein.

    In der Praxis hat man Bleiakkumulatoren, z.B. zur Zeit der Deutschen Teilung in Berlin als grosse, technische Stromspeicher verwendet. Gleiches findet man auf diversen Inseln.

    Meines Erachtens ist die interessanteste künftige derartige Stromspeichertechnik die Vanadiumredoxbatterie mit externem Speicher. Der externe Speicher erlaubt sehr grosse Kapazitäten im Verhältnis zur Leistung. Damit wäre diese Technik für eine Wochen-, Monatsspeicherung für "Erneuerbare Energien" am ehesten geeignet. Vielleicht sollten Sie ein paar Berichte googlen.

    Ueblicherweise übertreffen die Kosten einer Stromspeicherung die Herstellungskosten für Strom.
    Beispiel: Braunkohle Erzeugungskosten z.B. 2,5c/kWh, Speicherung im Pumpspeicherwerk (Tagesspeicher) 3,5c/kWh
    Beispiel: Windstrom Subventionssatz ca. 9,4 c/kWh, Bleibatterie Stromspeicherkosten ca. 10 - 15c/kWh.
    Somit bleibt die Stromspeicherung immer ein Notbehelf.

    Die meisten Staaten dieser Welt stellen den Strom bedarfsgerecht mit einem Mix aus Kohle, Nuklear und Erdgaskraftwerken her. Was führt Sie zu derart abwegigen Gedanken?

    Vandale

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