Vergleich in Schmiergeldaffäre
Von Pierer zahlt Siemens fünf Millionen Euro

Überraschende Einigung in der Schmiergeldaffäre bei Siemens: Ex-Chef Heinrich von Pierer zahlt nach Informationen aus Verhandlungskreisen rund fünf Millionen Euro an seinen ehemaligen Arbeitgeber. Damit ist Siemens von seiner Maximalforderung abgerückt. Bei den schwierigeren Fällen steht eine Einigung allerdings noch aus.
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HB MÜNCHEN. Siemens hat sich mit seinem Ex-Chef Heinrich von Pierer in der Schmiergeldaffäre überraschend auf einen Vergleich geeinigt. Von Pierer zahle etwa fünf Mio. Euro Schadensersatz, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Damit ist der Konzern von seiner ultimativen Forderung, Pierer müsse sechs Mio. Euro zahlen, abgerückt, um eine Einigung in letzter Minute zu ermöglichen. Auch mit Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld einigte sich der Konzern den Informationen zufolge.

Bei den schwierigeren Fällen, in denen auch Strafverfahren laufen, steht eine Einigung dagegen noch aus. Dabei handelt es sich nach Handelsblatt-Informationen um die Ex-Vorstände Thomas Ganswindt und Heinz-Joachim Neubürger.

Siemens hatte der alten Führung, darunter von Pierer und Kleinfeld, ein Ultimatum bis Mitte November gestellt. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt sein, wolle der Konzern die Schadensersatzansprüche einklagen, hieß es. Siemens wirft der alten Führung eine Verletzung ihrer Aufsichtspflichten vor.

Hintergrund ist der größte deutsche Schmiergeldskandal. Bei Siemens waren weit mehr als eine Mrd. Euro in schwarzen Kassen verschwunden. Mitarbeiter hatten den Großteil davon über Jahre als Schmiergeld im Ausland eingesetzt. Der Konzern hat sich seither grundlegend erneuert und die Kontrollsysteme stark ausgebaut.

Zumindest einen kleinen Teil des Milliardenschadens, der durch die Affäre unter anderem für Strafen und Beraterkosten entstanden ist, will sich der Konzern von der alten Führung zurückholen. Nun könnte der Konzern auf der Hauptversammlung Ende Januar einen vorläufigen Schlussstrich unter die Affäre ziehen.

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