Vergleich
Siemens tritt aus dem Schatten von GE

So mancher Siemens-Manager hat sich in letzter Zeit gar nicht erst die Mühe gemacht, seine Schadenfreude zu verbergen. In der Zentrale des Technologiekonzerns in München verfolgen viele Mitarbeiter genüsslich das Debakel von General Electric (GE). Warum der deutsche Siemens-Konzern in der Krise besser als der US-Wettbewerber aufgestellt ist.

MÜNCHEN. Jahrelang stand Siemens im Schatten des Konkurrenten aus Amerika, der nicht nur an der Börse viel mehr wert war, sondern auch durch stetiges Wachstum auffiel. Siemens dagegen musste regelmäßig herbe Rückschläge hinnehmen, etwa im schwierigen Geschäft mit Handys oder Telefonnetzen.

Doch in diesen Tagen zeigt sich deutlich, warum GE über Jahre hinweg die Prognosen so zielgenau eingehalten hat: Die riesige Finanzsparte hat dafür gesorgt, dass die Zahlen geglättet wurden. Angesichts der weltweiten Finanzkrise funktioniert das nicht mehr. Jetzt muss sich das vom Erfinder Thomas Edison gegründete Unternehmen wieder auf seine Herkunft besinnen: die Industriebereiche.

GE ist ein wahrer Gemischtwarenladen, der in vielen Segmenten gegen Siemens antritt. Die Produkte reichen von Hausgeräten über Medizintechnik und Flugzeugturbinen bis zu Atomkraftwerken. Außerdem leistet sich der Konzern TV-Sender.

Das Problem dabei: Die Industriesparten können das Desaster der Finanzsparte in diesen turbulenten Zeiten nicht ausgleichen. Während einige Divisionen gut durch die Krise kommen, haben andere schwer zu kämpfen. Beispiel Medizintechnik: Das Geschäft wird seit über einem Jahr von der schwierigen Lage in den USA belastet. Bislang seien es vor allem Einsparungen im dortigen Gesundheitswesen gewesen, die den Herstellern zu schaffen machten, sagte Mitte der Woche Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Doch jetzt gebe es auch erste Anzeichen eines steigenden Preisdrucks. Für GE ist das noch schlimmer als für Siemens, denn Amerika ist der Heimatmarkt und deshalb besonders wichtig.

Doch Kaeser hatte noch mehr schlechte Nachrichten, die auch GE nicht unberührt lassen: Im Industriegeschäft sei die Talsohle noch nicht erreicht. Vor allem die Industrieautomatisierung sowie die Lichttechnik-Tochter Osram würden unter der Flaute leiden. GE hat seine Wurzeln im Geschäft mit Licht, denn Firmengründer Edison entwickelte die Glühlampe.

Um das komplizierte Geflecht unterschiedlichster Geschäftsbereiche für Außenstehende leichter durchschaubar zu machen, hat Konzernchef Jeff Immelt fünf Sparten geschaffen: Energy Infrastructure (Energieerzeugung, Wasseraufbereitung), Technology Infrastructure (Flugzeug-Triebwerke, Medizin, Bahntechnik), GE Capital (Finanzdienstleistungen), NBC Universal (Fernsehsender, Filmstudios) sowie Consumer & Industrial (Haushaltsgeräte, Lichttechnik).

Seite 1:

Siemens tritt aus dem Schatten von GE

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%