Verhaltener Ausblick
Anlagenbauer Krones verbucht Gewinnrückgang

Wegen der schwächelnden Konjunktur in Europa hat der Abfüllanlagenbauer Krones im ersten Halbjahr deutlich weniger Gewinn gemacht. Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen nun wieder etwas vorsichtiger.
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MünchenDer Abfüllanlagenbauer Krones will sich weder vom jüngsten Gewinnrückgang noch von den wachsenden Krisensorgen schrecken lassen. "Eine gewisse Vorsicht ist bei unseren Kunden spürbar", sagte Finanzchef Christoph Klenk am Mittwoch zu Reuters. "Aber wir sehen momentan nicht, auch nicht in den kritischen Ländern, dass Aufträge aufgeschoben werden."

Der Umsatzanteil in Italien oder Spanien liege bei zwei bis vier Prozent, in Griechenland bei 0,3 Prozent. Zudem machen die Oberpfälzer auch dort vor allem Geschäfte mit Großkunden wie Coca-Cola, Pepsi oder Heineken. Krones sei international ausgewogen aufgestellt und könne Rückgänge in einzelnen Ländern abpuffern, erläuterte Klenk.

Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen 62 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas, wo die Schuldenkrise die Konjunktur zunehmend bremst und auch das Geschäft des Anlagenbauers leicht zurückging. Die gesamten Erlöse kletterten in den ersten sechs Monaten um 2,6 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich allerdings auf 64 Millionen Euro, das sind 7,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Nach Steuern lag der Gewinn mit 44,2 Millionen Euro um 10,2 Prozent niedriger. Als Grund nannte Krones die außergewöhnlich hohen Vergleichswerte.

Im zweiten Halbjahr werde der Konzern stärker wachsen als im ersten, sagte der Finanzchef mit Blick auf das Orderbuch. "Wir sind gut und gleichmäßig ausgelastet und haben auch positive Kosteneffekte." Das dritte Quartal sei "ganz normal" angelaufen. "Es ist üblicherweise saisonal etwas rückläufig, aber wir werden trotzdem einen guten Umsatz erzielen."

Zudem wirkten sich Kosteneinsparungen, etwa durch die Verwendung von mehr gleichen Bauteilen oder die Einführung neuer Abfülltechniken, im zweiten Halbjahr positiv aus. Klenk bekräftigte die Prognose, wonach der Umsatz 2012 um vier Prozent zulegen und die Rendite vor Steuern (EBT-Marge) über fünf Prozent liegen soll.

Der Auftragsbestand reicht dem Finanzvorstand zufolge teilweise bis 2013. Im nächsten Jahr sollen auch zwei große Einzelprojekte in Europa sowie eines in Afrika zu Buche schlagen, die in den vergangenen Wochen vereinbart wurden. Weitere Aufträge werden den Angaben zufolge derzeit verhandelt. "Wir sind optimistisch für 2013, auch wenn die Bäume dann nicht in den Himmel wachsen werden."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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