Verhaltenes Weihnachtsgeschäft erwartet
Ernücherung bei Zapf Creation

Vom gerade angelaufenen Weihnachtsgeschäft erwartet der Puppenhersteller Zapf Creation erwartet keine Geschäftsimpulse. „Das vierte Quartal könnte besser gehen“, gab sich Vorstandschef Thomas Eichhorn am Mittwoch am Rande einer Konferenz in Frankfurt ernüchtert.

HB FRANKFURT. Konzern-Sprecherin Monika Collée ergänzte am Nachmittag: „Der Handel ist sehr, sehr verhalten.“ Sie fügte hinzu, dass Zapf für das Schlussquartal aber noch immer davon ausgehe, nicht schwächer als im Vorjahr abzuschließen. „Das vierte Quartal wird nach unseren Erwartungen nicht unter Vorjahr liegen“, sagte sie und wies darauf hin, dass sich Vorstandschef Eichhorn mit einer gegenteiligen Aussage zuvor falsch verstanden gefühlt habe. Gleichwohl sei derzeit aber auch keine genaue Vorhersage zum Geschäft bis Jahresende zu treffen, sagte die Sprecherin, da Zapf seine Aufträge vom Handel quasi auf Tagesbasis erhalte.

Mit Blick auf den erwarteten Umsatz im gesamten Jahr 2004 hatte Eichhorn bekräftigt: „Wir gehen nach wie vor davon aus, unser Ziel von 190 Mill. € nicht zu erreichen.“ Wo das fränkische Unternehmen mit Sitz in Rödental, das im vergangenen Jahr gleich mehrfach seine Prognosen nach unten korrigieren musste, am Ende landen werde, wollte er noch nicht sagen. „Wir wollen nach wie vor so nah wie möglich daran heran kommen, die Vorhersagbarkeit der Bandbreite ist aber schwierig zu sehen.“ Auch für das operative Ergebnis (Ebit), das Zapf für 2004 zuletzt noch mit 24 (Vorjahr: 23,4) Mill. € prognostiziert hatte, wollte er keine neue Schätzung geben. Für 2005 wagte der Firmenchef ebenso keine Vorhersage.

Nach neun Monaten hatte Zapf nur einen operativen Gewinn von gut zwölf Mill. € erzielt - ein satter Einbruch von 40 % binnen Jahresfrist. Der Umsatz schrumpfte um 17 % auf 115 Mill. €.

Zapf Creation macht einen Großteil seines Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte, besonders das Weihnachtsgeschäft ist von entscheidender Bedeutung. Seit Jahren hat die gesamte Spielwarenbranche allerdings erheblich mit der schwachen Konsumneigung der Verbraucher hier zu Lande zu kämpfen. Zudem war Zapf von herben Verkaufseinbußen in den USA zuletzt belastet. „Wir erwarten ein stabiles Spielwarengeschäft und erwarten auch für Zapf Zuwächse bei Spiel- und Funktionspuppen“, versuchte Eichhorn etwas Zuversicht zu verbreiten.

Die im Kleinwerteindex SDax notierte Zapf-Aktie lag kurz vor Börsenschluss gut drei Prozent im Plus bei 16 €, hat den Investoren in den vergangenen zwölf Monaten aber auch einen Wertverlust von fast 40 % eingebracht. Im September war das Unternehmen angesichts der Talfahrt aus dem Nebenwerteindex MDax abgestiegen.

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