Verhandlungen bestätigt
Synthes spricht mit Johnson & Johnson über Milliardendeal

Johnson & Johnson ist nicht nur ein Konsumgüterriese, sondern auch in der Pharmabranche einer der größten Player der Welt. Nun will der US-Konzern Synthes für 20 Milliarden Dollar übernehmen und noch größer werden.
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Zürich Der Schweizer Medizintechnikkonzern Synthes verhandelt mit dem US-Pharmariesen Johnson & Johnson über einen möglichen Zusammenschluss. Das Unternehmen bestätigte am Montag einen Reuters-Bericht vom Wochenende, wonach die Amerikaner an einem Kauf des Schweizer Unternehmens interessiert sind. "Als Reaktion auf die Spekulationen im Markt bestätigt Synthes, an Gesprächen mit Johnson & Johnson über einen möglichen Unternehmenszusammenschluss beteiligt zu sein", hieß es in einer Mitteilung. "Es besteht derzeit keine Sicherheit darüber, ob und wann sowie zu welchen Bedingungen eine mögliche Transaktion stattfinden könnte."

Reuters hatte am Wochenende aus Kreisen erfahren, dass Johnson & Johnson bereit ist, 20 Milliarden Dollar für den Weltmarktführer in der Unfallchirurgie auf den Tisch zulegen. Dies entspricht einem Aufschlag von elf Prozent auf den Kurs vom Freitag. Der Finanzmarkt rechnet mit einem Übernahmeangebot für Synthes. Am Montag eröffneten die Aktien elf Prozent höher auf 155 Franken.

Mit Barmitteln und kurzfristigen Anlagen von 27,7 Milliarden Dollar könnte J&J den Zukauf locker stemmen. Eine Übernahme würde nach Ansicht von Analysten für die Amerikaner auch Sinn machen. Trotzdem ist die Transaktion noch lange nicht in trockenen Tüchern. Entscheidend wird die Haltung von Synthes-Großaktionär Hansjörg Wyss sein. Der Verwaltungsratspräsident hält direkt 40 Prozent sowie acht Prozent über Familienstiftungen.

"Uns würde die Einwilligung von Hansjörg Wyss überraschen, da er bis anhin mit Leib und Seele für Synthes aktiv ist", erklärte Sibylle Bischofberger, Analystin bei der Zürcher Kantonalbank. "Da er jedoch bereits 75-jährig ist, ist er vielleicht eher bereit, mit Johnson & Johnson Gespräche zu führen, um eine gute Nachfolgeregelung zu finden." Synthes sei auf einen Zusammenschluss nicht angewiesen. Bischofberger hält den in den Raum gestellten Preis für ungenügend. J&J müsste einen Aufpreis von mindestens 20 bis 40 Prozent zum Freitags-Schlusskurs bezahlten, sagte die Analystin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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