Verhandlungen gehen parallel weiter
Streit bei Daimler eskaliert

Die Beschäftigten von Daimler-Chrysler sollen sich nach dem Willen des Betriebsrates mit „sichtbare Aktionen“ ihren Protest gegen das vom Vorstand geplante Kostensenkungsprogramm zum Ausdruck bringen. Die Fronten in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern sind derweil sehr verhärtet.

HB STUTTGART. Der Betriebsrat rief die Beschäftigten an allen Standorten zu Protest-Aktionen gegen die Pläne des Managements auf. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Erich Klemm, sagte am Donnerstag in Stuttgart, am 15. Juli wird es an allen PKW- und Nutzfahrzeugstandorten der Daimler-Chrysler AG in Deutschland entsprechende Proteste geben. Die vom Vorstand geforderte Einsparungssumme bezifferte Klemm auf 500 Mill. € pro Jahr. Der Betriebsrat sei bereit, beim Entgeltrahmentarifvertrag auf 180 Mill. € zu verzichten, fügte er hinzu. Der Betriebsratschef des Werks Untertürkheim, Helmut Lense, kritisierte das „gigantische Kostensenkungsprogramm“. Der Vorstand wolle die Grundentgelte um bis zu 20 Prozent zurückfahren, sagte er auf einer Betriebsversammlung.

Klemm gab am Donnerstagabend bekannt, dass am Samstag im Pkw-Werk Sindelfingen die „Flexischicht“ ausfallen wird. Dadurch könne Daimler-Chrysler etwa tausend Autos nicht bauen. Der Betriebsrat hat die dafür notwendigen Überstunden nicht genehmigt. Seit Wochen verhandelt der Daimler-Chrysler-Vorstand mit dem Betriebsrat über Einsparungen in den PKW-Werken. Ein Abschluss sei Voraussetzung für den Bau neuer Modelle und die Sicherung von 10 000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2012, hieß es aus Betriebsratskreisen. „Die Fronten bei den Verhandlungen sind sehr verhärtet“, sagte Klemm am Donnerstag. Noch vor dem 15. Juli soll nach Betriebsratsangaben weiterverhandelt werden. In der PKW- und Nutzfahrzeugproduktion von Daimler-Chrysler sind in der Bundesrepublik 160 000 Mitarbeiter beschäftigt.

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