Verhandlungen gescheitert
Bei Seat drohen Massenentlassungen

Die Verhandlungen zwischen Seat und Gewerkschaften über eine Reduzierung der Produktionskosten sind am Sonntag gescheitert.

HB MADRID. Damit scheint die angekündigte Entlassung von 1 346 Mitarbeitern der spanischen Volkswagen-Tochter kaum noch abzuwenden zu sein. „Jetzt liegt es an der katalanischen Regionalregierung, eine Lösung zu vermitteln“, sagte Gewerkschaftssprecher Andres Mateos. Es blieben nur noch 15 Tage Zeit, einen Kompromiss auszuhandeln.

Die Seat-Gruppe beschäftigt 16 000 Menschen, die meisten in Autofabriken in Barcelona. Nur durch Kostensenkungen könne man gegen die konzerninterne Konkurrenz von VW und Skoda bestehen, die viele ihrer Wagen zu geringeren Löhnen in Osteuropa produzieren ließen, beteuert die Geschäftsführung.

Die spanische VW-Tochter Seat steckt in einer tiefen Krise. Die Autos verkaufen sich nicht, da das Image fehlt. Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch 516 000 Fahrzeuge produziert. In diesem Jahr könnte diese Zahl auf 390 000 sinken. Infolge des rückläufigen Verkaufs habe Seat beim Personal einen Überhang, teilte die Mutter Volkswagen mit. Das Unternehmen hatte zunächst angeboten, die Arbeitszeiten und Löhne um zehn Prozent zu kürzen. Als die Gewerkschaften dies ablehnten, legte Seat seine Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen vor.

Parallel dazu will der Volkswagen-Konzern aber zusätzliche Investitionen in Höhe von 700 Millionen Euro in die spanischen Werke stecken. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte Ende November gesagt, die Entscheidung sei ein klarer Beweis dafür, dass VW nicht nur an die Zukunft von Seat glaube, sondern den Autobauer auf dem Weg zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit und Ertragslage unterstütze. Zwischenzeitlich waren Gerüchte aufgekommen, Volkswagen wolle sich ganz von der Marke Seat trennen. Investiert werden soll unter anderem in Verbesserungen bei Produktionsprozessen. Der VW-Aufsichtsrat habe das Programm auf seiner Sitzung vor zwei Wochen bereits angenommen.

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