Verhandlungen in Sackgasse
Druckindustrie: Manteltarifvertrag gekündigt

Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) hat den Manteltarifvertrag in der Druckindustrie zum Ende des Jahres gekündigt. Damit hat sich die Verhandlungssituation über einen neuen Vertrag verschärft. Der stellvertrendende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke bedauerte die Entscheidung des BVDM. Jetzt soll im September über das weitere Vorgehen beraten werden.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag in der Druckindustrie stecken fest. Nach der inzwischen sechsten Gesprächsrunde am Dienstag in Frankfurt entschied sich der Bundesverband Druck und Medien (BVDM), den Vertrag zum Ende des Jahres zu kündigen. „Die Gewerkschaft kam uns auch nicht ein Stück entgegen. Vielleicht können wir jetzt etwas konkreter verhandeln“, meinte eine Verbandssprecherin. Die Arbeitgeber wollen für die bundesweit rund 200 000 Beschäftigten der Branche unter anderem die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich durchsetzen.

Dies lehnt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di grundsätzlich ab, ist aber an anderen Stellen zu Flexibilisierungen bereit. „Für uns ist die Kündigung eine große Enttäuschung. Sie bedeutet eine deutliche Verschärfung der Verhandlungssituation“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Einen neuen Gesprächstermin gibt es bisher nicht, die Tarifkommission von Verdi will im September über das weitere Vorgehen beraten. Die Bedingungen des Manteltarifvertrags sind noch drei Monate über die Kündigung hinaus gültig. Am 31. März 2005 endet dann auch die Friedenspflicht für den laufenden Entgelttarifvertrag.

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