Verhandlungen laufen
Lanxess und Ineos prüfen Allianz

Der Chemiekonzern Lanxess treibt die Partnersuche für sein Kautschukgeschäft voran. Als möglicher Partner wird nun auch der Petrochemie-Riese Ineos gehandelt.

FrankfurtNach Informationen der Agentur Reuters verhandelt Lanxess über eine Allianz mit der britisch-schweizerischen Ineos–Gruppe. Der Petrochemie-Hersteller ist einer der größten Vorlieferanten von Lanxess und würde dem Kölner Chemiekonzern damit eine Möglichkeit eröffnen, sein angeschlagenes Kautschuk-Geschäft auf eine stabilere Rohstoffbasis zu stellen. Allerdings wurde laut Reuters bisher noch keine Einigung über die genaue Ausgestaltung eines Gemeinschaftsunternehmens, die Beteiligungshöhe und die Bewertung der jeweiligen Unternehmen erzielt.

Lanxess wollte zu den Meldungen keine Stellungnahme geben. Man verhandele weiterhin mit mehreren Interessenten, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Als potenzielle Partner für Lanxess wurden bisher vor allem der saudische Ölkonzern Saudi-Aramco und der russische Petrochemiehersteller NKNK gehandelt.

Mit Blick auf eine angestrebte Partnerschaft ist Lanxess seit einigen Wochen bereits dabei, die Kautschuk-Aktivitäten in eine eigenständige Einheit auszugliedern. Die Sparte beschäftigt rund 3700 Mitarbeiter und erzielte 2014 gut ein Drittel des Konzernumsatzes von acht Milliarden Euro. Sie kämpft seit zwei Jahren aber mit einem deutlichen Druck auf die Margen.

Ineos würde insofern gut zu Lanxess passen, als der Konzern größer europäischer Produzent von Butadien ist, dem wichtigsten Ausgangsmaterial für Synthesekautschuk. Ineos verfügt auf dem Gebiet über Kapazitäten von 350 000 Tonnen in Europa und weiteren 220 000 Tonnen in Nordamerika, ist in der Kautschukherstellung aber nicht vertreten.   Die beiden Unternehmen könnten damit einen Kautschukhersteller formen, der  „rückwärts integriert“ ist, das heißt seine eigenen Vormaterialien produziert. Lanxess-Chef Matthias Zachert hatte stets  deutlich gemacht, dass er eine solche Partnerschaft bevorzugen würde gegenüber einer horizontalen Allianz mit einem anderen Kautschukhersteller.

Ineos wurde von dem britischen Unternehmer Jim Ratcliffe durch zahlreiche Übernahmen ab Ende der 90er Jahre geformt und ist mit umgerechnet rund 48 Milliarden Euro Umsatz Europas zweitgrößter Chemiekonzern. Bereits im vergangenen Jahrzehnt übernahm Ineos den Bereich Styrolkunststoffe von Lanxess. Sie sind inzwischen Teil der Ineos-Tochter Styrolution.

Das Kautschukgeschäft hatte Lanxess in den vergangenen beiden Jahren erhebliche Ertragseinbußen beschert, vor allem aufgrund von Überkapazitäten, Preisdruck und dem dadurch ausgelösten Verfall der Margen.  Darauf hat der Kölner Chemiekonzern bereits mit  einer Neuordnung und Sparmaßnahmen, darunter dem Abbau von 1000 Stellen in administrativen Funktionen, reagiert. Er ist inzwischen zudem dabei, seine Produktionsstruktur zu optimieren und schließt in diesem Zuge unter anderem ein Werk in Marl.   Die Suche nach einem Partner für die Kautschuk-Sparten gilt als dritter und abschließender Teil der Neuordnung, die Zachert nach seinem Amtsantritt im April 2014 eingeleitet hate.

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