Verhandlungen mit Voith sind „weit fortgeschritten“: Lackieranlagenbauer Dürr verkauft Sparte an Voith

Verhandlungen mit Voith sind „weit fortgeschritten“
Lackieranlagenbauer Dürr verkauft Sparte an Voith

Der Stuttgarter Lackieranlagenbauer trennt sich von seinem Dienstleistungsgeschäft und will sich künftig auf zwei Sparten konzentrieren. Doch der Umbau belastet das Ergebnis 2005 mit 26 Millionen Euro. Käufer des Dienstleistungsgeschäftes ist der schwäbische Anlagenbauer Voith.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Lackieranlagenbauer Dürr will sich künftig auf zwei Sparten konzentrieren und verkauft sein Dienstleistungsgeschäft an den schwäbischen Anlagenbauer Voith. 2004 wurde das Ergebnis durch Abschreibungen mit 26 Millionen Euro belastet.

Der im Kleinwerteindex SDax notierte Hersteller von Lackier- und Produktionsanlagen für die Autoindustrie teilte in der Nacht zum Donnerstag mit, er wolle sich künftig auf den Maschinenbau und den Anlagenbau konzentrieren. Um die Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur zu verringern, will Dürr sich verstärkt um Kunden aus dem Bergbau oder der Flugzeugindustrie bemühen. Die im US-amerikanischen Cincinnati ansässige Dienstleistungssparte Premier soll an Voith verkauft werden. Auch die Tochter DTS, die Prüfsysteme für die Fahrzeugentwicklung baut, steht zum Verkauf. 100 Arbeitsplätze würden im Zuge der Umstrukturierung weltweit gestrichen, sagte Dürr-Vorstandschef Stephan Rojahn in einer Telefonkonferenz.

Die Maßnahmen seien „wichtige Schritte auf dem Weg zu einer höheren Ertragskraft im Geschäftsjahr 2005“, sagte Rojahn. Eine konkrete Ergebnisprognose für 2005 wollte er nicht abgeben. Im abgelaufenen Jahr kehrte Dürr mit einem Gewinn von 0,9 (Vorjahr: minus 30,6) Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Vor Steuern und Firmenwert-Abschreibungen lag der Gewinn bei 11,3 Millionen Euro und traf damit die im November gesenkte Prognose von acht bis zwölf Millionen Euro.

Auf den Firmenwert von DTS schrieb Dürr 26 Millionen Euro ab. Einschließlich dieser Abschreibung standen 2004 erneut rote Zahlen zu Buche. Im Jahr zuvor hatte Dürr vor Steuern 5,7 Millionen Euro Verlust eingefahren. Der Konzernumsatz von Dürr sank 2004 auf Grund ungünstiger Wechselkurse um 2,8 Prozent auf 2,13 (2,27) Milliarden Euro. Der Auftragseingang reduzierte sich deutlich auf 1,82 Milliarden von 2,36 Milliarden Euro.

Die Verhandlungen mit Voith über das Dienstleistungsgeschäft seien weit fortgeschritten, die Genehmigung der Kartellbehörden sei beantragt, teilte Dürr mit. Zum Verkaufspreis äußerten sich beide Unternehem nicht. Voith erklärte, der Kauf sei ein wichtiger Schritt. Das Heidenheimer Unternehmen erreiche eine internationale Stellung in der Automobilindustrie. Voith ist in der Wartung von Industrieanlagen bereits mit der Tochter DIW aktiv. Ein Dürr-Sprecher sagte, die Sparte habe 2004 rund sieben Millionen Euro Gewinn verbucht.Durch die Umstrukturierung will Dürr von 2006 an jährlich zehn Millionen Euro sparen.

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