Verhandlungen
Papierhersteller fordern mehr Geld

Zeitungsverlage und Papierhersteller haben harte Verhandlungen vor sich. Obwohl die Gespräche über die Preise für Zeitungspapier erst vor wenigen Tagen begonnenen haben, sind sie bereits festgefahren. Die Verlage sträuben sich gegen die Preisforderungen ihrer Zulieferer – denn sie kämpfen selbst mit sinkender Nachfrage.
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DÜSSELDORF/STOCKHOLM. Die überwiegend skandinavischen Papierkonzerne fordern eine Preiserhöhung von rund 20 Prozent – die deutschen Medienunternehmen wollen da nicht mitmachen. „Mir ist nicht plausibel, warum bei weiter sinkender Nachfrage durch die Zeitungsverlage in Europa die Preise für Zeitungspapier um einen erheblichen Prozentsatz steigen sollen, auch unter Würdigung höherer Rohstoff- und Energiekosten bei der Papierherstellung“, sagte Rudolf Knepper, stellvertretender Vorstandschef bei Axel Springer, dem Handelsblatt.

Verlage ohne Verständnis

Erst im Frühjahr, so erwarten Insider, könnten sich Verlage und Papierhersteller einigen. „Wir hoffen, dass die Papierindustrie den Bogen nicht überspannt“, sagt Jörg Laskowski, Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbands BDZV. „Wir setzen darauf, dass die über Jahrzehnte gewachsenen Geschäftsbeziehungen durch den Konflikt nicht beschädigt werden.“

Der Medienbranche fehlt für höhere Papierpreise das Verständnis. Schließlich leiden die Verlage unter sinkenden Auflagen. Höhere Kosten für Rohstoffe sind daher Gift für eine Branche, deren Umsatzrendite stark unter Druck ist. Papier ist traditionell nach Personal der größte Kostenblock bei Zeitungsverlagen. Ein höherer Papierpreis würde direkt die Gewinne der Zeitungsunternehmen schmälern.

Die Hersteller streben einen Minimalpreis von 500 Euro pro Tonne an. Sie wollen damit wieder das Preisniveau von 2009 erreichen. Zuletzt erhielt die Branche nach Angaben von Marktteilnehmern rund 430 Euro pro Tonne. Die Papierfabrikanten brauchen Preiserhöhungen, weil manche Marktteilnehmer Zeitungspapier nicht rentabel produzieren. Die Branche leidet seit Jahren unter Überkapazitäten.

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