Verhandlungen seit 2004
Eon bietet Gazprom seine Ungarn-Töchter an

In den Verhandlungen mit Gazprom über eine Beteiligung an dem lukrativen Gasfeld Yuschno Russkoje hat Eon dem russischen Branchenriesen offenbar eigene Aktivitäten in Ungarn angeboten.

vwd/juf MOSKAU. Dies sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Prime-Tass der Vizechef von Gazprom und Leiter des Exportgeschäfts, Alexander Medwedew, gestern in Moskau. Details nannte er allerdings nicht. Ein Eon-Sprecher wollte Medwedews Aussagen nicht näher kommentieren: „Wir sind in Gesprächen mit Gazprom, zu Zwischenständen sagen wir nichts“, sagte er lediglich.

Gazprom und Eon verhandeln bereits seit Sommer 2004 über eine Beteiligung des deutschen Energiekonzerns an dem westsibirischen Gasfeld Yuschno Russkoje. Es verfügt über nachgewiesene Reserven von rund 700 Mrd. Kubikmeter Gas – das würde rein rechnerisch reichen, um den Bedarf Deutschlands etwa sieben Jahre lang zu decken. Außerdem ist es besonders leicht zugänglich.

Für Eon ist der Einstieg inzwischen zu einer Prestigefrage geworden. Der Konzern hatte ursprünglich einen Anteil von knapp 50 Prozent angestrebt und bereits einen Vorvertrag geschlossen. Vor einem Jahr hat sich aber Konkurrent BASF eine Beteiligung gesichert und Eon ausgestochen. Eon versucht nun zumindest noch mit einem Anteil von knapp 25 Prozent in das Projekt einzusteigen.

Eon-Chef Wulf Bernotat hatte in der vergangenen Woche auf der Bilanzpressekonferenz bekräftigt, dass mit Gazprom eine Asset-Tausch angestrebt werde und die dafür möglichen Tauschobjekte schon identifiziert seien. Die Verhandlungen könnten sich aber noch hinziehen.

Eine Kooperation in Ungarn böte sich an. Eon baut dort eine Drehscheibe für den Gashandel in Osteuropa auf. Der Konzern hat dem ungarischen Mol-Konzern einen Großteil der Gasaktivitäten abgekauft. Er betreibt dort ein umfangreiches Gashandels- und Speichergeschäft, ist an Gasversorgern beteiligt und besitzt mit Gazprom bereits gemeinsam die Importgesellschaft Panrusgaz. Gazprom hat wiederholt Interesse bekundet, sich in Ungarn stärker zu engagieren.

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