Verhandlungen stocken
Conti glaubt Schaeffler nicht

Der Automobilzulieferer Continental und sein Großaktionär, das fränkische Familienunternehmen Schaeffler, kommen sich nicht näher. Obwohl die EU-Kommission Schaeffler die Genehmigung zur Übernahme von Conti erteilt hat und diese schon am 8. Januar vollzogen werden soll, hält der Streit an.

DÜSSELDORF. Beide Seiten warfen sich hinter vorgehaltener Hand Starrsinn, Realitätsverlust und Allmachtsfantasien vor. Das Verhältnis der Leitfiguren der Milliardenübernahme ist komplett vergiftet.

Hintergrund aller Schläge und Gegenschläge sind die Schulden, die auf den Unternehmen lasten. Nach Schätzungen der Investmentbank Perella Weinberg liegt die Nettoverschuldung von Schaeffler bei elf Mrd. Euro, Continental hat aus dem Kauf des Konkurrenten VDO noch rund zehn Mrd. Euro Schulden in den Büchern. Weil sich durch schlechte Autokonjunktur und Finanzkrise die Rahmenbedingungen dramatisch verändert haben, verhandelt Continental seine VDO-Kredite gerade nach.

Bei diesen Verhandlungen will Schaeffler mitreden. Am 11. Dezember forderte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger die Banken von Conti per Brief auf, dass „eventuelle Vertragsergänzungen und Modifizierungen nicht ohne vorherige Beratungen mit uns umgesetzt werden“. Die Banken gaben das Schreiben an Conti-Chef Karl-Thomas Neumann weiter. Dieser griff Schaeffler daraufhin scharf an: Das Verhalten der Unternehmensspitze verstoße eindeutig gegen die Investorenvereinbarung, sagte Neumann. In den Tagen danach folgte Vorwurf auf Gegenvorwurf – inzwischen klafft zwischen Neumann und Geißinger ein tiefer Graben.

Obwohl Schaeffler sich ein Mitspracherecht an den Conti-Kreditverträgen ausgebeten hat, wurde dies von den Banken offenbar weitgehend ignoriert. Wie Unternehmenskreise von Conti bestätigen, sind die Neuverhandlungen der Kredite weit fortgeschritten – es habe keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass die Banken dabei Sonderwünsche von Schaeffler berücksichtigt hätten. Schaeffler wollte sich nicht zu den Kreditverhandlungen äußern und verwies auf die Vertraulichkeit der Gespräche.

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