Verhandlungen über das Sanierungspaket bislang ohne Ergebnis
IG Metall droht mit neuen Protesten bei Opel

Im Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen beim angeschlagenen Autohersteller Opel hat die Gewerkschaft den Druck auf das Management erhöht.

HB BERLIN/BOCHUM. „Wir können neue Protestaktionen nicht ausschließen“, sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Bochum, Ludger Hinse, der „Berliner Zeitung“ (Dienstag). „Wenn das Management uns keine andere Wahl lassen sollte, müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Hinse betonte allerdings, aktuell seien noch keine Maßnahmen geplant. Die Gewerkschaft ist an den Gesprächen über einen Stellenabbau bei Opel nicht direkt beteiligt.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lehnte am Dienstag jeden Kommentar zum Verhandlungsstand ab. Die Gespräche würden in dieser Woche fortgesetzt. Auch zu einem Bericht des „Handelsblatts“ (Dienstag) wollte der Arbeitnehmervertreter keine Stellung nehmen. Nach Angaben der Zeitung könnte eine vierstellige Zahl von Arbeitsplätzen über eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft abgewickelt werden. Nur ein geringfügiger Teil des geplanten Stellenabbaus - weniger als 1000 Jobs - solle dagegen über Altersteilzeit erfolgen.

Die IG Metall beklagte eine zu kompromisslose Linie der Unternehmensspitze. „Das Management gibt sich ziemlich hartleibig“, sagte Hinse. „Die haben ihre Vorgaben aus Detroit, und daran halten sie sich.“ GM will in Europa 12 000 Jobs streichen, davon 10 000 bei Opel. Betroffen sind die Standorte Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern. Der Betriebsrat fordert den Verzicht auf Kündigungen und Werksschließungen. Am Montag war der Opel-Aufsichtsrat über die laufenden Verhandlungen informiert worden. Beide Seiten peilen eine Einigung noch in diesem Jahr an.

Der stellvertretende Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel sieht vor allem Auslagerungen von Betriebsteilen als geeignetes Mittel zum Erhalt von Arbeitsplätzen. „Zum Beispiel könnte das Achswerk mit 570 Beschäftigten ausgelagert werden“, sagte Einenkel. Darüber sei auch schon mit Unternehmen wie ThyssenKrupp oder dem Zulieferer Benteler verhandelt worden. Die Gespräche seien aber vor einem Jahr eingestellt worden. Weitere Auslagerungen oder Partnerschaften könnten die Auspufffertigung oder das Ersatzteillager umfassen.

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