Verhandlungen vertagt
Conti-Mitarbeiter müssen weiter zittern

Die Verhandlungen zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern beim Autozulieferer Continental im Streit um die geplante Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover sind vertagt worden. Anfang 2006 soll weiter getagt werden.

HB HANNOVER. Bei den Verhandlungen am Dienstag habe es noch keine Einigung gegeben, teilten Conti und die Gewerkschaft IG BCE am Abend mit. Es habe sich aber ein „Gedankenmodell“ ergeben, das beide Seiten noch prüfen müssten. Über den Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Gespräche sollen im Januar fortgesetzt werden, sagte der stellvertretende Conti-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Bischoff, der im Vorstand der IG BCE für Tarifpolitik verantwortlich ist.

„Das Modell muss jetzt auf seine Belastbarkeit geprüft werden“, erläuterte Bischoff. „Wir haben eine Chance, uns zu einigen.“ Es gehe auch um langfristige Perspektiven für den Standort Hannover, fügte er hinzu. Conti hatte ursprünglich angekündigt, wegen Überkapazitäten Ende 2006 die Pkw-Reifenproduktion in Hannover zu schließen. 320 Stellen sind betroffen. Nach heftigen Protesten der Belegschaft hatte der Konzern angeboten, die Stilllegung um ein halbes Jahr bis Mitte 2007 zu verschieben. Betriebsrat und IG BCE hatten das aber abgelehnt.

Die Arbeitnehmerseite pocht auf eine erst im Mai geschlossene Betriebsvereinbarung, die für 2006 und 2007 die Fertigung von jeweils rund 1,3 Mill. Pkw-Reifen in Hannover zusichert. Im Gegenzug wurde die Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich verlängert. Conti hatte diese Vereinbarung mit Verweis auf eine Sonderklausel allerdings gekündigt. Betriebsrat und IG BCE halten das für nicht rechtens.

Vergangenen Mittwoch hatten Betriebsrat und IG BCE nach einer Conti-Aufsichtsratssitzung mitgeteilt, Arbeitnehmerseite und Vorstand wollten noch vor Weihnachten eine einvernehmliche Lösung erreichen. Der Conti-Vorstand hat allerdings mehrmals betont, dass es bei der Stilllegung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover bleibt. Diese ist mit rund 1,3 Mill. Reifen pro Jahr nach Conti-Angaben die kleinste und teuerste im Konzern.

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