Verhandlungen weit fortgeschritten
Käufer umgarnen Degussa

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat die besten Chancen, den Zuschlag für die zum Verkauf stehende Bauchemiesparte der RAG-Tochter Degussa zu bekommen.

DÜSSELDORF. „BASF wird Ende Januar ein verbindliches Kaufangebot vorlegen“, hieß es gestern aus Verhandlungskreisen. BASF, der Degussa-Mehrheitseigner RAG und Degussa selbst wollten dazu nicht Stellung beziehen.

Der Chef des Essener Mischkonzerns RAG, Werner Müller, will mit dem Verkauf der Bauchemie von Degussa die 3,4 Mrd. Euro teure vollständige Übernahme des Düsseldorfer Spezialchemiekonzerns finanzieren. Die RAG, seit 2003 mit 50,1 Prozent an Degussa beteiligt, hatte sich Mitte Dezember mit dem Düsseldorfer Energiekonzern Eon geeignet, dessen 43-prozentiges Aktienpaket an Degussa bis Juli dieses Jahres für knapp 2,8 Mrd. Euro zu übernehmen. Den freien Aktionären hat RAG ein Abfindungsangebot unterbreitet.

In Bankenkreisen hieß es, die Verhandlungen zwischen Degussa und BASF über den Verkauf der Bauchemie seien weit fortgeschritten. Dem Vernehmen nach strebt RAG einen Verkaufspreis für die profitable Sparte mit 1,8 Mrd. Euro Umsatz von mindestens 2,4 Mrd. Euro an. Bewege sich das BASF-Angebot im Rahmen dieser Erwartungen, werde der Chemiekonzern den Zuschlag erhalten, hieß es. Falls BASF weniger biete, werde der Verkaufsprozess neu gestartet.

Neben BASF und einer Hand voll angelsächsischer Finanzinvestoren buhlt auch der US-Chemiekonzern Dow Chemical um die Sparte, sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Manager dem Handelsblatt. Die Finanzinvestoren seien bereit, bis zu 250 Mill. Euro mehr als BASF für die Bauchemie von Degussa zu bezahlen. Der US-Konzern Dow Chemical könnte sogar noch mehr auf den Tisch legen. Dennoch räumen Insider den Amerikanern nur geringe Chancen ein. Die Gewerkschaften befürchten für diesen Fall einen massiven Arbeitsplatzabbau.

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