Verhandlungskreise
Einigung über neuen EADS-Aktionärspakt in Sicht

Die Neuordnung des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist scheinbar in ihre entscheidende Phase getreten. Die Verhandlungen in Paris sollen in den letzten Zügen liegen. Ziel ist, künftig den Staatsanteil zu begrenzen.
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Paris/Berlin/FrankfurtDer Staatsanteil am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS soll Verhandlungskreisen auf weniger als 30 Prozent sinken. Regierungsvertreter von Deutschland, Frankreich und Spanien verhandelten bis zum späten Sonntagabend über den neuen Aktionärspakt, wie drei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Eine Einigung könnte schon am Montag verkündet werden. Frankreich und Deutschland sollen den Plänen zufolge künftig je zwölf Prozent halten, Spanien vier Prozent. Das hatte auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vorab berichtet.

Damit müsste Frankreich drei Prozent abgeben, die in eine Stiftung in den Niederlanden eingebracht werden sollen, Spanien 1,5 Prozent. Der Autobauer Daimler und das deutsche Investoren-Konsortium Dedalus gäben einen Teil ihrer EADS-Aktienpakete an den Bund ab. Auch der französische Miteigentümer Lagardere will bei der Muttergesellschaft von Airbus teilweise aussteigen.

Daimler könne jedoch nur einen Teil seines zum Verkauf stehenden Pakets von 7,5 Prozent an die Staatsbank KfW veräußern, bei der der Bund seine Anteile parken will, hieß es in den Kreisen. Den Rest müsste Daimler auf den Markt werfen - oder EADS kauft die Papiere selbst zurück. Weitere 7,5 Prozent will Daimler behalten.

Laut "FAZ" will EADS im kommenden Jahr auch einen Teil der Aktien von Lagardere zurückkaufen. Die privaten Mitglieder des ebenfalls mit 7,5 Prozent beteiligten Investorenkonsortiums Dedalus wollen ebenfalls aussteigen, nur die darin vertretenen Staatsbanken aus den Ländern mit EADS-Standorten bleiben den Informationen zufolge bei der Stange.

Noch könnten die Gespräche in Paris auch scheitern, warnte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. "Es gilt: Nichts ist vereinbart, bevor nicht alles vereinbart ist." EADS, KfW und das federführende deutsche Wirtschaftsministerium wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

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