Verhütungsmittel Essure
Aktivistinnen fordern Verbot von Bayer-Medikament

Das Sterilisationsmittel Essure des deutschen Pharmakonzerns Bayer steht in den USA unter Beschuss. In einer öffentlichen Sitzung der US-Gesundheitsbehörde FDA forderten dutzende Frauen ein Verbot des Medikaments.

Washington/BerlinIn den USA sind Forderungen nach einem Verbot des Bayer-Verhütungsmittels Essure laut geworden. Bei einer öffentlichen Sitzung des Beraterausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA forderten am Donnerstag Dutzende von Frauen, das Produkt müsse aus dem Verkehr gezogen werden. Die schädlichen Nebenwirkungen seien nicht ausreichend erforscht, argumentierten sie. Der für Medizinfragen zuständige Bayer-Manager Michael Devoy sagte, Bayer sei „nach wie vor davon überzeugt, dass der Nutzen von Essure die mit der Anwendung verbundenen Risiken überwiegt“.

Essure ist eine Methode zur dauerhaften Sterilisation, die von Gynäkologen ohne operativen Eingriff vorgenommen wird. Dabei werden zwei Spiralen in die Eileiter eingesetzt, das Gewebe vernarbt. Dadurch wird eine natürliche Barriere aufgebaut, die verhindert, dass Samenzellen die Eizelle erreichen.

Die FDA hatte ein Treffen des Beraterausschusses einberufen, um die Vorteile und Risiken von Essure nach 5000 Beschwerden von Frauen zu diskutieren. Sie klagten über Schmerzen, Menstruationsstörungen, Blutungen, ungewollte Schwangerschaften und auch Todesfälle, die sie mit dem Mittel in Verbindung bringen. Die FDA hat Essure 2002 zugelassen. Das Produkt wird in 26 Ländern vermarktet.

Die Experten sollten ihre Einschätzungen dazu abgeben, ob Essure bei manchen Patientengruppen eingeschränkt und die Produktinformationen geändert werden sollten. Außerdem will die FDA klären, ob weitere klinische Studien erforderlich sind. Eine formelle Abstimmung des Gremiums über die Empfehlungen war nicht vorgesehen. Allerdings wird die FDA bei ihrer Entscheidung über die Zukunft von Essure die Meinungen berücksichtigen.

Seit Juni 2013 gehört Essure zum Bayer-Angebot. Der Konzern hatte die auf Verhütungsprodukte spezialisierte US-Firma Conceptus für 1,1 Milliarden Dollar übernommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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