Verkäufe füllen die Kasse
Investoren fordern Eon-Ausschüttung

Die Eon AG hat ihre Konzentration auf das Kerngeschäft mit Strom und Gas weitgehend beendet. Gestern gab Deutschlands größter Energiekonzern den Verkauf der Tochter Ruhrgas Industries an die britische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners bekannt. „Mit dem Verkauf von Ruhrgas Industries haben wir den Umbau von Eon zu einem lupenreinen Energieunternehmen nahezu abgeschlossen“, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat.

juf/mm/jsn DÜSSELDORF. Der Verkauf bringt Eon rund 1,5 Mrd. Euro – gut 700 Mill. Euro mehr, als der Konzern zunächst selbst erwartet hat. Die ohnehin schon volle Kasse des Unternehmens füllt sich weiter. Auf rund 20 Mrd. Euro sind die liquiden Mittel des Unternehmens nach Schätzungen von Sal. Oppenheim mittlerweile geklettert.

Damit steigt der Druck von Investoren, einen Teil der Verkaufserlöse als Sonderausschüttung an die Aktionäre weiterzugeben. „Wir haben dem Eon-Management schon deutlich gesagt, dass wir angesichts der hohen Barbestände gerne eine Sonderausschüttung sehen würden“, sagte Fondsmanager Thomas Deser von Union Investment. Auch Harald Sporleder von der Allianz-Tochter Dit erwartet eine Sonderausschüttung, allerdings eine moderate. Dem Unternehmen solle die Flexibilität für weitere Übernahmen erhalten bleiben. Schon nach dem Verkauf der Immobiliengesellschaft Viterra hatten in einer Umfrage der Investmentbank ABN Amro unter 32 Finanzinvestoren 85 Prozent der Befragten von Eon gefordert, den Buchgewinn von 2,4 Mrd. Euro auszuschütten.

Die Begehrlichkeit der Investoren kommt nicht von ungefähr. Dank der geschickten Verkaufspolitik von Bernotat und seinem Vorgänger Ulrich Hartmann nahm der Konzern in den vergangenen Jahren rund 56 Mrd. Euro ein. In großem Stil hat sich Eon von Randbeteiligungen getrennt – und die Verkaufspreise übertrafen meist die Erwartungen. Hartmann verkaufte etwa Viag Interkom und E-Plus, als für Telekomfirmen noch Höchstpreise bezahlt wurden. Bernotat erzielte jüngst für Viterra rund sieben Mrd. Euro – deutlich mehr als vom Markt erwartet.

Bernotat hat zwar schon im Frühjahr angekündigt, den Erlös aus dem geplanten Verkauf des Degussa-Pakets auszuschütten. Weitere Zahlungen schließt er aber bisher kategorisch aus. Die Erlöse sollen ins Kerngeschäft mit Gas und Strom investiert werden.

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