Verkauf abgesagt
Russland will EADS-Anteile zukaufen

Nach der Ankündigung der russischen Staatsbank VTB, ihre Anteile am europäischen Konzern EADS nicht wie angekündigt zu verkaufen, zeichnet sich nun ein kompletter Strategiewechsel ab. Nun sollen die Aktien in die Hände der Regierung in Moskau gelangen – und die will ihren Anteil anschließend noch weiter ausbauen.

HB MOSKAU. Die zweitgrößte und staatlich kontrollierte Bank Russlands will ihren fünfprozentigen Anteil am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS offenbar in die Hände der Regierung in Moskau legen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Wneschtorgbank (VTB), Andrej Kostin, erklärte am Samstag, dass das Aktienpaket in einem ersten Schritt bis zum Jahresende an die russische Außenhandelsbank Wnesheconombank verkauft werden soll, wie mehrere russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichteten.

Letztlich solle der Anteil aber an die staatseigene russische Dachholding der Luftfahrtunternehmen (OAK) weiterverkauft werden, erklärte Kostin bei einem Besuch in Armenien. VTB hatte die internationale Luftfahrtindustrie im vergangenen Jahr mit dem Kauf von etwa fünf Prozent des Mutterkonzerns des Flugzeugbauers Airbus überrascht.

Die russische Regierung hoffte darauf, den EADS-Anteil bis auf zehn Prozent erhöhen zu können, um einen Sitz im Aufsichtsrat zu erlangen. EADS hatte jedoch klargestellt, dass die russische Bank nicht als aktiv mitentscheidender Teilhaber erwünscht war. Moskau will seine Luftfahrtindustrie unter dem Dach der OAK weiter ausbauen.

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