_

Verkauf abgesagt: Wut und Angst bei Opel

Die überraschende Ankündigung von General Motors, den geplanten Verkauf von Opel an Magna abzublasen, schlägt hohe Wellen. Politiker in Bund und Ländern toben, die Belegschaft will mit Massenprotesten den Aufstand gegen GM proben. Der US-Autobauer kündigte derweil an, die staatliche Finanzhilfe von 1,5 Milliarden Euro zurückzuzahlen.

Wirtschaftsminister Brüderle: "Das Verhalten von GM ist völlig inakzeptabel". Quelle: Reuters
Wirtschaftsminister Brüderle: "Das Verhalten von GM ist völlig inakzeptabel". Quelle: Reuters

zel/HB RÜSSELSHEIM. Nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs wächst in den Werken die Angst vor Entlassungen und dem Aus für Opel. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sieht die Opel-Standorte in Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen „akut gefährdet“. Den Plan der Mutter General Motors (GM), Opel zu behalten und aus eigener Kraft zu sanieren, halten Autoexperten sowie Betriebsräte für unrealistisch. Werkschließungen und Massenentlassungen würden die Folge sein, lauten die Befürchtungen am Mittwoch.

Anzeige

Zugleich wächst die Kritik an der Bundesregierung, die sich schon sehr früh auf den Zulieferer Magna als Käufer festgelegt hatte. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) reagierte mit scharfer Kritik auf die Absage von General Motors an einen Opel- Verkauf. „Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel“ sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber, sagte Brüderle vor einer Kabinettssitzung in Berlin. Er forderte von GM und Opel die rasche Vorlage eines Konzepts zur Restrukturierung.

Brüderle kündigte auch an, Deutschland werde die in Form eines Überbrückungskredit im Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. Euro gewährten Steuergelder zurückholen. Er ließ zunächst offen, ob der US-Konzern bei der Restrukturierung von Opel auf deutsche Staatshilfen hoffen kann, wie sie im Falle der Übernahme durch Magna zugesagt waren. „Wir werden uns von GM nicht unter Druck setzen lassen“, sagte Brüderle.

Mittlerweile hat sich GM bereit erklärt, die staatliche Finanzhilfe von 1,5 Mrd. Euro zurückzuzahlen. „GM wird den Brückenkredit zurückzahlen, falls dies gefordert wird“, sagte eine GM-Sprecherin. Mit dem von Bund und Ländern gestellten Kredit wird der Autobauer Opel seit Monaten am Leben gehalten. Ob die Rückzahlung bereits angefordert wurde, wollte die Sprecherin nicht sagen. Der Kredit läuft zum Monatsende aus. Allerdings wurden nur 1,1 Mrd. Euro ausbezahlt, rund 200 Mio. Euro wurden bereits zurückbezahlt.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, kritisierte die GM-Entscheidung als „Unverschämtheit“. „An dem Tag, an dem Angela Merkel in Washington die deutsch-amerikanische Freundschaft beschwört, stellt der GM-Verwaltungsrat die Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland grundlegend infrage“, bemängelte der frühere Vizekanzler. Steinmeier forderte die Bundeskanzlerin und das Kabinett aus Union und FDP auf, die Arbeitnehmer jetzt nicht im Stich zu lassen.

Scharfe Kritik kam auch aus den Ländern mit Opel-Standorten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte, GM lasse „die Arbeitnehmer im Regen stehen“. Das Verhalten des US-Konzerns zeige „das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus“ und sei „völlig inakzeptabel“. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD) nannte die GM-Entscheidung eine „Zumutung für die Beschäftigten von Opel, die unvorstellbaren Belastungen ausgesetzt sind“.

Die österreichische Regierung kritisiert ebenfalls die Entscheidung von GM. Durch die nun gescheiterten Verhandlungen mit Magna sei ein Jahr „wertvoller Zeit“ verlorengegangen, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Er drängte darauf, dass GM zügig ein tragfähiges Sanierungskonzept für alle europäischen Opel-Standorte vorlegt. „Das Pokerspiel um Finanzierungsmittel der beteiligten Standorte“ müsse aufhören. Ohne ein neues Konzept von GM könne es schnell Probleme für einzelne europäische Opel-Fabriken geben. Opel betreibt in Wien ein großes Motorenwerk. Die österreichische Regierung war ebenfalls bereit dazu, dem Unternehmen mit Kreditbürgschaften zu helfen.

  • 04.11.2009, 15:40 UhrAnonymer Benutzer: Emelot

    Opel war mit seinen Modellangeboten , hoppla jetzt kommt der Opel Astra Fahrer mit Hut und Dackel :)sowieso auf dem absteigenden Ast. Die sogenannte Finanzkrise ( Gierkrise ) hat das ganze nur beschleunigt. Opel ist und bleibt eine seit 80 Jahren rein Amerikanische Firma. Ami bleibt Ami , da gehen erst mal amerikanische interessen vor.
    Vor allem den Russen ( über Magna ) wervolles Know-How zu verhökern....niemals...
    Es wird wohl kommen wie es kommen wird
    1. Synergien werden gesucht ( Synergie = langfristig Arbeitsplätze fallen weg )
    2.Schlüsselfunktionen ( Entwicklung etc,) werden in den Hochlohnländern ( Westeuropa ) bleiben
    3.Produktionen ( = Werke ) werden soweit als nötig und möglich aus den Hochlohnländern in Niedrieglohnläner outgesourced , ( Nearshore = Rumänien , Slowakien etc. und Offshore = Russland Hier ist GAZ der Partner :). Kurzum Autos werden dort gebaut wo noch welche gebraucht werden.. Und zwar billige,,,!!
    4. buchhaltung , rechnungswesen , Teile der Logistik etc werden an extertne Firmen vergeben bzw, nach indien , Osteuropa etc. outgesourced..

    Zum Schluss gibt es bei New Opem Europe einen gesunden Mix von ca. 25 % Hochlohn und 75 Niedriglohnländern.
    Da die Generation welche aus Tradition für ein Mittelklasseauto 40,000 oder mehr Euro ausgibt langsam ausstirbt bleibt den europäischen Autobauern ja gar nicht anderes übrig..
    Weil , jene welche danach kommen werden es finanziell einfach nicht wollen und vor allem nicht können 30,000 Euro oder mehr für ein benzin oder Dieslangetriebenes Mittelklasse Auto hinzulegen.
    entwerder Top Autos , da spielt Geld keine Rolle. oder Autos zum A nach b fahren...ab 7500 EURO
    Dazwischen wird es in Zukunft keinen Markt mehr geben. Keine Mittelschicht mehr = keine Mittelklasse Autos mehr.
    Sogesehen war eine gesunde insolvenz , so wie Anfang des Jahres vorgeschlagen war die bessere Lösung. Opel new , waere da irgendwie , so wie Mutter GM , raus aus der Talsohle.
    Die steht den sogenannten ,,Opelanern,, mit schmerzlichen Folgen nun bevor..

  • 04.11.2009, 14:03 UhrAnonymer Benutzer: 18-formatic

    Nachruf,

    Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel!

    Wieso?

    Turbokapitalismus!

    GM ist auf der Suche nach einen Turbolader für das Kapital das sich in dessen Kassen durch, durch steigert.

    Auf einer Seite lobt USA Deutschland aber hinterrücks wird in den Rücken gefallen.

    Das ist wie wenn ich dich befördere und dein Stuhl wackelt schon beim Hinsetzen und bricht durch.

    Opel kann man nicht mehr helfen. Vor der bundestagswahl wurde eine Pro-forma Lösung mit GM verabschiedend nur um Wähler zu beruhigen.

    Am besten insolvenz für Opel akzeptieren sonst wird es noch für die Steuerzahler ein Milliarden / billion Grab.
    beerdigung akzeptieren, WiR sind es gewohnt an beerdigungen Teilzunehmen letzteres Quelle.

    Amen.

  • 04.11.2009, 14:03 UhrAnonymer Benutzer: Sclieverkotten

    Die Amerika treu ergebene Regierung Merkel, wird unterwürfig dem Willen unserer “Kolonialmacht” dienen und sicherstellen, dass auch weiterhin Milliarden der deutschen Steuerknechte in die Kassen der amerikanischen Konzerne fließen.
    GM ist an den Subventionen der Deutschen interessiert.
    Wo sind eigentlich die so viel gerühmten Leistungen des verantwortlichen, früheren Wirtschaftsministers?
    Nichts, außer Populismus?

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Schließungen drohen: Europas Raffinerien unter Druck

Europas Raffinerien unter Druck

Jede fünfte Raffinerie in Europa und den USA ist in den nächsten Jahren von der Schließung bedroht, so eine Studie der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. Die gesamte Branche sei in einem Wandlungsprozess.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.