Verkauf an Intelsat
Schwacher Satellitenmarkt fordert Opfer

Der amerikanische Satellitenhersteller und Satelliten-Netzbetreiber Loral Space & Communications ist pleite. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, hat es bei einem New Yorker Insolvenzgericht einen Insolvenzantrag gestellt.

HB/dpa NEW YORK. Um seine Bankschulden von 959 Millionen Dollar zu bezahlen, vereinbarte Loral zudem den Verkauf seines nordamerikanischen Satellitennetzes mit sechs Satelliten an den internationalen Betreiber Intelsat für bis zu 1,1 Milliarden Dollar (973 Mio Euro).

Die langfristigen Loral-Schulden wurden unter Einschluss der Bankschulden auf 2,1 Milliarden Dollar beziffert. Sie stammen vor allem aus den Loral-Investitionen bei dem Satellitentelefon-Betreiber Globalstar, der bereits in einem Insolvenzverfahren steckt.

Die Satellitennetze von Loral werden vor allem von TV- und Kabelfirmen, Telekommunikationsunternehmen, Internet-Dienstleistern und anderen Kunden verwendet. Loral-Satelliten werden auch in der Flugüberwachung, der Wettervorhersage und von sonstigen Regierungsstellen verwendet.

Loral ist Opfer des schwachen Satellitenmarktes geworden, der vor allem auf den enormen Problemen der Telekom- und Internetfirmen basiert. Diese haben sich zuletzt angesichts ihrer eigenen Geschäftsprobleme und Überkapazitäten mit Neuaufträgen für Satelliten und Satelliten-Dienstleistungen zurückgehalten.

Loral will seine Geschäfte weiter führen und sich auf seine Satellitenproduktion sowie auf das verbleibende Netz von fünf Kommunikationssatelliten konzentrieren. Der Insolvenzantrag wurde im Rahmen des Kapitel Elf des US-Konkursrechtes gestellt, der eine Weiterführung der Geschäfte und eine Sanierung unter Aufsicht des Insolvenzrichters ermöglicht. Loral hat sich dank der Vereinbarungen mit Intelsat keine Kreditmittel besorgt. Das Unternehmen glaubt, dass die vorhandenen Mittel ausreichen werden, um die Geschäfte fortzuführen.

Loral ist einer von weltweit nur fünf Satellitenherstellern. Der Verkauf der Loral-Satelliten an Intelsat erforderte den Insolvenzantrag, um die sechs nordamerikanischen Satelliten schuldenfrei zu machen.

Intelsat hat bei Loral außerdem einen neuen Satelliten in Auftrag gegeben und wird eine Anzahlung von 100 Millionen Dollar leisten. Die Loral-Verkaufsvereinbarung mit Intelsat sieht die Veräußerung von vier bereits im Weltall befindlichen „Telstar“-Satelliten und von zwei Satelliten vor, die bis nächstes Jahr in Umlauf gebracht werden sollen.

Loral-Chef Bernard L. Schwartz verwies auf den anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung. Deshalb fehlten der Branche neue Satellitenaufträge. Hinzu sei das nachlassende Wachstum von Satelliten-Dienstleistungen gekommen. Loral sieht vor allem in Lateinamerika und Asien Wachstumschancen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%