Verkauf an niederländischen Gilde Buy-Out Fund
Clariant stößt zwei deutsche Chemiewerke ab

Der Spezialchemiekonzern Clariant verkauft zwei deutsche Werke an einen niederländischen Investor. Börsianer bezeichneten den Verkaufspreis allerdings als niedrig.

HB ZÜRICH. Clariant verkauft die auf Chlor- und Acetylchemieprodukte spezialisierte deutsche Tochter Clariant GmbH & Co KG für 74 Millionen sfr (48 Millionen Euro) an den niederländischen Gilde Buy-Out Fund. Das teilte Clariant am Dienstag mit. Aus dem Verkauf habe ein Buchgewinn von 23 Millionen sfr erzielt werden können, der im dritten Quartal verbucht werden solle, sagte ein Clariant-Sprecher. Die 300 Angestellten übernehme Gilde vollständig.

2004 erzielte die Tochter an ihren beiden Standorten Knapsack bei Köln und Gersthofen bei Augsburg einen Umsatz von 176 Millionen sfr (114 Millionen Euro).

Clariant werde auf absehbare Zeit für den Verkauf und Vertrieb ausserhalb Deutschlands zuständig bleiben, hieß es. „Die Transaktion ist ein weiterer Schritt in der Bereinigung unseres Portfolios von nicht strategischen Geschäften“, wird Clariant-Konzernchef Roland Lösser in einer Pressemitteilung zitiert.

Analysten bewerteten den Verkauf zwar grundsätzlich positiv, einige hätten jedoch einen höheren Verkaufspreis erwartet. „Der Deal ist in Ordnung, aber der Preis erscheint mir ein wenig enttäuschend“, sagte Sarasin-Analyst Bernd Pomrehn. Clariant sei führend bei MCAA (Monochloressigsäure) - einem Zwischenprodukt für Agrochemie, Waschmittel, Kunststoffe und Pharmazeutika - mit einem weltweiten Marktanteil von rund 19 Prozent. Die Profitabilität der gesamten Branche sei jedoch unter hohem Druck, so Pomrehn weiter.

Die in Muttenz bei Basel angesiedelte Clariant hat ebenso wie Konkurrent Ciba mit asiatischer Billigkonkurrenz zu kämpfen. Nicht nur, dass die für die Branche traditionell wichtige Textilindustrie nahezu komplett nach China abgewandert ist. Auch im Bereich der hochpreisigen Nischenprodukte wie Lacke oder Waschmittelzusätze haben sich günstige Anbieter aus Fernost zur veritablen Wettbewerbern entwickelt. Dies mache es noch schwerer, die rapide gestiegenen Rohstoffkosten an die Kunden weiterzugeben, so Analysten. Sie bevorzugen deshalb Aktien aus der Basischemie wie BASF.

Clariant befindet sich zur Zeit in einem Restrukturierungsprogramm, in dessen Rahmen sich der Konzern von Nicht-Kerngeschäften trennt und die Kosten senkt. Nach früheren Angaben will Clariant bis Ende 2005 Einsparungen von 300 Millionen sfr erzielen. Im ersten Quartal beliefen sich die Einsparungen auf 50 Millionen sfr, so Clariant im Mai. Analysten hatten seinerzeit mehr erwartet und vermutet, dass die größten Restrukturierungsbrocken noch bevorstünden.

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