Verkauf an Novozymes
Merck lässt sich Agrarchemie-Geschäfte mit Millionen bezahlen

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck verkauft Agrochemiegeschäfte an das dänische Biotech-Unternehmen Novozymes. Analysten nehmen den Verkaufspreis positiv auf.
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HB FRANKFURT. Der Verkauf der so genannten Crop-Bio-Science-Geschäfte für umgerechnet 209 Millionen Euro solle Anfang 2011 unter Dach und Fach sein, teilte Merck am Montag in Darmstadt mit. Crop Bio-Science stellt unter anderem wachstumsfördernde Stoffe für Landwirte her, die etwa Wurzelentwicklung, Gesundheit und Erträge von Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Mais oder Erdnüsse verbessern sollen. Das Geschäft ist in Nord- und Südamerika angesiedelt. Im vergangenen Jahr erzielte es mit 165 Beschäftigten 35 Millionen Euro Umsatz. Die Wachstumsraten lagen zuletzt im Schnitt bei 15 Prozent pro Jahr.

"Das Crop Bio-Science Geschäft konzentriert sich auf ein spezielles Segment innerhalb der Agrarindustrie und hat nur wenige Anknüpfungspunkte zu anderen Teilen von Merck", begründete der Chef der Merck-Chemiesparte, Bernd Reckmann, den Verkauf. Mit der Übernahme des US-Laborausrüsters Millipore habe sich die strategische Ausrichtung des Chemiebereichs verändert.

Merck hatte Millipore in diesem Jahr für rund fünf Milliarden Euro übernommen und sich damit neben dem Geschäft mit Arzneimitteln und dem Chemiegeschäft mit Flüssigkristallen und Pigmenten ein weiteres großes Standbein geschaffen.

Analysten äußerten sich positiv zu der Transaktion. Ein Preis von rund 200 Millionen Euro für Umsätze von 35 Millionen Euro sei ein guter Preis, kommentierte das Brokerhaus Equinet.

Das helfe Merck, seine Nettoverschuldung um rund fünf Prozent zu reduzieren. Zum Ende des dritten Quartals hatte Merck Nettofinanzschulden von 4,67 Milliarden Euro in den Büchern.

Die Crop-Bio-Science-Geschäfte kamen 1991 zu Merck, als der Konzern die Firma Lipha übernommen hatte. Im Jahr 2006 hatte Merck die Sparte mit der Übernahme der kanadischen Agribiotics noch ausgebaut.

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