Verkauf benzinfressender Großfahrzeuge stockt
GM und Ford geraten auf dem Heimatmarkt ins Schleudern

Die beiden führenden US-Autohersteller General Motors und Ford stehen auf dem heimischen Markt kräftig unter Druck. Trotz massiver Rabatte und anderer Anreize sinken ihre Verkaufszahlen weiter – allein im August blieben rund zwei Millionen unverkaufte Autos von Ford und GM bei den Händlern stehen, wie die jüngsten Zahlen des US-Automarktes zeigen.

je PORTLAND. Analysten äußerten sich darüber entsetzt: Rod Lache von Deutsche Bank Securities nahm postwendend seine Gewinnprognosen für die beiden Konzerne ebenso wie für ihre größten Zulieferer zurück.

Wenig Trost bietet Ford und General Motors die Tatsache, dass zum ersten Mal auch die sonst so stark wachsenden japanischen Hersteller weniger absetzten. Sie haben sich in den vergangenen Jahren auf den Rüstungswettlauf zu immer größeren Fahrzeugen eingelassen – das macht ihnen ebenso zu schaffen wie den beiden US-Konkurrenten.

Deren Problem sind vor allem die typischen, großdimensionierten Autos, die als Spritfresser gelten. Sie werden als „Sport Utility Vehicles“ bezeichnet und erweisen sich wegen der steigenden Benzinpreise in den USA zunehmend als unverkäuflich. Mit diesen Fahrzeugen erzielen Ford und GM jedoch die höchsten Gewinnspannen – sie waren daher in den vergangenen zehn Jahren eine tragende Säule für die US-Autobauer mit einem Anteil von über 50 Prozent am Gesamtabsatz.

Im Gegensatz zu GM und Ford zahlt sich jetzt für Chrysler, Tochter der Daimler-Chrysler AG, aus, dass der Konzern in den vergangenen Jahren erhebliche Energien und Kapitalmittel auf die Entwicklung attraktiver und sparsamerer PKW- Modelle verwendet hat. Kräftige Zuwächse bei Personenwagen glichen im August Rückgänge bei leichten Nutzfahrzeugen aus und brachten Chrysler insgesamt leichte Marktanteilsgewinne.

GM und Ford reagierten auf die Rückgänge im August mit Kürzungen der Produktion. GM will im vierten Quartal 6,8 Prozent, Ford 7,8 Prozent weniger Autos bauen. Wegen ihrer hohen Fixkostenanteile führen bei Autofirmen geringere Stückzahlen sofort zu niedrigeren Gewinnen. Analyst Lache von Deutsche Bank Securities zeigte sich in seiner jüngsten Analyse „besorgt“ über die Auswirkungen der Produktionskürzungen auf die Ertragslage vor allem von Ford. Die Zahlen im Stammgeschäft sind bei GM und Ford ohnehin seit geraumer Zeit entweder rot oder gerade mal so eben schwarz. Gewinne kommen fast nur von den Finanztöchtern, die wegen der anhaltend niedrigen Refinanzierungskosten Rekordüberschüsse erwirtschaften.

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