Verkauf der Aktien
RWE trennt sich von American Water

Das kostspielige US-Abenteuer des Versorgers RWE ist so gut wie beendet. Das Unternehmen verkaufte weitere 37,4 Millionen Aktien am Wasserversorger American Water und reduzierte so seine Beteiligung von 23,5 auf 2,1 Prozent.
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HB ESSEN. Der Nettoerlös beträgt 784 Mio. Dollar (527 Mio. Euro). Zudem kann der Käufer, ein Bankenkonsortium, binnen 30 Tagen eine Option zum Erwerb der bei RWE verbliebenen 3,7 Mio. Aktien einlösen. Der deutsche Konzern hatte American Water 2003 für gut 4,5 Mrd. Euro gekauft und zudem Schulden übernommen.

Der damalige RWE-Chef Dietmar Kuhnt wollte RWE zum weltgrößten Wasserversorger machen. Kuhnts Nachfolger Harry Roels gab diese Strategie auf. Seitdem konzentriert sich RWE auf das gewinnträchtige Strom- und Gasgeschäft. Bereits seit 2006 verkauft ist der britische Wasserversorger Thames Water.

Dagegen zog sich die Veräußerung von American Water lange hin. Erst 2008 gelang es RWE, 40 Prozent der Aktien an die Börse zu bringen. Parallel schrieb der Konzern 600 Mio. Euro ab. Es war die zweite Wertberichtigung: Bereits 2006 hatte der Konzern 760 Mio. Euro auf American Water abgeschrieben. Die Krise an den Finanzmärkten bremste den weiteren Verkauf. Erst im Juni konnte RWE seinen Anteil auf unter 50 Prozent senken. Im August folgte ein weiteres American-Water-Scheibchen und nun fast der ganze Rest.

Der amtierende RWE-Chef Jürgen Großmann will den Konzern künftig auf Europa beschränken. Nach der Übernahme des niederländischen Versorgers Essent zum 1. Oktober sieht er vor allem in Ost- und Südosteuropa Wachstumschancen. Einzig die Erneuerbare-Energien- Tochter RWE Innogy blickt weiter auf die USA. Spartenchef Fritz Vahrenholt kündigte kürzlich an, ins dortige Biomasse-Geschäft einsteigen zu wollen.

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