Verkauf der Chemiesparte gilt als ausgemacht
Aus MG wird reiner Anlagenbauer

Der traditionsreiche Konzern MG Technologies steht vor einem tiefen Einschnitt. Wenn heute der Aufsichtsrat des Unternehmens zusammenkommt, wird es vor allem um ein Thema gehen: Den Verkauf der Chemiesparte (Dynamit Nobel) und die Konzentration auf den Maschinen- und Anlagenbau.

HB FRANKFURT. Konzernkreise halten den Verkauf des Chemiegeschäfts für ausgemacht, „auch wenn die letzte Entscheidung natürlich Sache des Kontrollgremiums ist“, sagte ein Unternehmenskenner. Ein MG-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Die Planungen für einen Verkauf der Chemiesparte sind weit gediehen. So hat die MG nach Informationen aus Finanzkreisen bereits die Investmentbanken Lazard und Dresdner Kleinwort Wasserstein mit einem entsprechenden Mandat betraut. Dynamit Nobel (DN) setzte im Geschäftsjahr 2001/02 rund 2,5 Mrd. Euro um. Zusammen mit der seit langem zum Verkauf stehenden Chemiehandelstochter Solvadis würde MG etwas weniger als die Hälfte ihres Umsatzes von 8,5 Mrd. Euro verlieren.

Sollten die Aufsichtsräte heute den Vorschlägen des MG-Managements zustimmen, hätte der neue MG-Chef Udo G. Stark dem Unternehmen seinen Stempel schneller aufgedrückt als erwartet. Stark hatte im Juni Kajo Neukirchen abgelöst. Dieser hatte mit seinem harten Sanierungskurs zwar die ehemalige Metallgesellschaft 1993 vor der Pleite gerettet. Seine Strategie der zwei Säulen Anlagenbau (MG Engineering) und Chemie (MG Chemical Group) war bei Investoren, Analysten und beim MG-Großaktionär Otto Happel aber auf Kritik gestoßen. „Jetzt endlich scheint die MG die klare Strategie bekommen, nach der seit zehn Jahren gesucht wird“, sagte ein Investmentbanker.

Mit dem Chemiegeschäft würde sich die MG ausgerechnet von dem Bereich mit der besseren Rendite trennen. Während die Anlagenbautochter Gea auf eine operative Vorsteuermarge von 7,9 % kommt, erreicht DN fast 10 %. Dennoch sprechen zahlreiche Argumente für die Strategie von MG-Chef Stark. Eines ist der Verkaufserlös. Finanzkreise beziffern den Wert von DN auf bis zu 2,5 Mrd. Euro. Das wäre mehr als die MG heute an der Börse wert ist. Der Anlagenbau würde wahrscheinlich wesentlich weniger Geld in die Kassen spülen.

Seite 1:

Aus MG wird reiner Anlagenbauer

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%