Verkauf der deutschen Werke
Bund finanziert OHB den Airbus-Deal

In einer beispiellosen Rettungsaktion hat die Bundesregierung die Übernahme der drei Airbus -Standort in Deutschland durch den Bremer Raumfahrtkonzern OHB Technology ermöglicht. Nach Informationen des Handelsblatts aus EADS-Verwaltungsratskreisen unterstützt die Bundesregierung OHB mit einer millionenschweren Bürgschaft.

BERLIN. Vorgesehen sind Darlehen von 300 bis 400 Mill. Euro, die die staatliche KfW Bankengruppe OHB Technology zur Finanzierung der geplanten Übernahme zur Verfügung stellt. Konkret gehe es um verzinsliche Darlehen, die in dem Moment erst zurückgezahlt werden müssen, wenn es zum Verkauf von Flugzeugteilen kommt.

Das Konstrukt ist nach Angaben aus dem EADS -Verwaltungsrat so gewählt worden, dass die staatlichen Mittel am Kapitalmarkt als Eigenkapital bewertet werden. Die Zinsen für die Millionen-Bürgschaft seien marktüblich, OHB müsse zudem eine zusätzliche Risikoprämie übernehmen. "Damit ist eine Lösung gefunden worden, die auch mit den europäischen Wettbewerbsregeln kompatibel ist", sagte ein Teilnehmer der Verhandlungen dem Handelsblatt.

Insgesamt hat die Bundesregierung angeboten, eine Bürgschaft von 600 Mill. Euro zu tragen. Davon soll nicht nur OHB profitieren, sondern auch alle anderen deutschen Airbus -Zulieferer. Ein Regierungsmitglied begründete das umfangreiche finanzielle Engagement des Bundes damit, dass nicht nur Forschung und Entwicklung im Flugzeugbau, sondern auch die industriellen Arbeitsplätze in Deutschland gehalten werden sollen.

Peter Hintze, der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, bestätigte am Mittwochabend das Engagement der Bundesregierung. Das Risiko der Übernahme könne für OHB durch rückzahlbare Darlehen der Staatsbank KfW gemindert werden. OHB könne bei der Produktion von Teilen für den neuen Airbus A 350 auf derartige Hilfen zurückgreifen, deren Rahmen - bezogen auf alle deutschen Zulieferer - 600 Millionen Euro betrage. "Das Ganze ist europarechtstauglich", sagte Hintze. Es handle sich um ein bewährtes Instrument, das auch in früheren Produktlinien von Airbus genutzt worden sei.

Zusätzlich zu den KfW -Darlehen soll der Bremer Raumfahrtkonzern Mittel aus dem Forschungsetat des Bundes erhalten, der gerade um mehr als 100 Mill. Euro für das nächste Haushaltsjahr aufgestockt wurde. OHB muss sich nach Angaben aus Regierungskreisen um diese Gelder zwar bewerben, die Forschungsmittel müssen aber nicht zurückgezahlt werden.

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