Verkauf der Diagnostik-Sparte
Abbott gibt General Electric einen Korb

Die Übernahme verschiedener Diagnostik-Bereiche der Abbott Laboratories durch General Electric ist geplatzt. Verkaufen will Abbott nun gar nicht mehr. Ganz im Gegenteil – das Unternehmen hat große Pläne für die Ende der Neunziger in Veruf geratene Sparte.

HB CHICAGO. Die beiden Unternehmen konnten sich nicht über die endgültigen Bedingungen einigen, wie GE und Abbott am Donnerstag mitteilten. Die Transaktion hätte einen Wert von 8,13 Mrd Dollar gehabt. Eine Sprecherin von Abbott erklärte, der Konzern habe nun keine Pläne mehr, die Bereiche zu verkaufen. Die Diagnostik sei ein „gutes Geschäft“, Abbott werde nun die Wachstumsmöglichkeiten dafür ausloten.

GE wollte die Bereiche Kernlabor und Point-of-Care-Diagnostika übernehmen und damit in die In-vitro-Diagnostik einsteigen. Die Übernahme war Ende Januar angekündigt worden und sollte im ersten Halbjahr abgeschlossen werden. In Europa war die Transaktion bereits wettbewerbsrechtlich genehmigt worden. Mit den Erlösen von erwartet etwa sechs Mrd Dollar hatte Abbott vor allem Schulden abbauen und eventuell ein Aktienrückkaufprogramm starten wollen. Goldman Sachs bezeichnete die gescheiterte Übernahme als „enttäuschend“ für Abbott wegen der entgangenen Erlöse. Zudem weise das Diagnostik-Geschäft eine geringere Wachstumsrate auf als andere Bereiche des Konzerns.

Das In-vitro-Diagnostikgeschäft von Abbott war Ende der Neunziger in die Kritik geraten, nachdem Qualitätsprobleme in einer Produktionsanlage aufgetreten waren. GE machte jedoch Anzeichen der Erholung des Geschäfts aus. Der Chef von GE Healthcare, Joe Hogan, hatte im Januar in einem Interview erklärt, unter GE-Management könnte der Bereich ein Wachstum im Rahmen oder über den Industrieprognosen von 6 Prozent bis 8 Prozent erreichen. Der Jahresumsatz der beiden Segmente beträgt über zwei Mrd Dollar. Anfang Mai war der Abbott-Finanzchef Thomas Freyman auf einer Konferenz bereits nach einer Verschiebung der Übernahme gefragt worden, und ob GE die Bedingungen neu aushandeln wolle, nachdem Aktionäre befürchteten, GE zahle zu viel Geld. Damals hatte der Abbott-Finanzchef noch erklärt, es würde sich um eine komplexe Transaktion handeln, die eine gewisse Zeit zur Ausarbeitung der Konditionen benötige. Er hatte aber bereits eingeräumt, dass die Verhandlungen länger bräuchten als ursprünglich gedacht.

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