Verkauf der Diagnostikasparte
Siemens verstärkt sich in der Medizin

Der Münchener Mischkonzern Siemens kauft für 4,2 Mrd. Euro einen Großteil der Diagnostikasparte von Bayer und baut damit sein Medizintechnikgeschäft weiter aus. Der Kauf passt perfekt in die Strategie des Siemens-Chefs.

FRANKFURT/MÜNCHEN. Siemens übernimmt von Bayer die Sparte Diagnostics mit rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz und mehr als 5 000 Beschäftigten, wie die beiden Unternehmen am Donnerstagabend mitteilten. Der Münchener Konzern rückt damit auf einen Schlag unter die führenden Hersteller so genannter In-vitro-Diagnostika. Dabei handelt es sich um Substanzen zur Analyse von Gewebe oder Blutproben. Bereits vor wenigen Monaten hat Siemens in diesem Bereich die US-Firma Diagnostic Products mit knapp 500 Mill. Dollar Umsatz übernommen. In diesen Zukauf hatte Siemens rund 1,5 Mrd. Euro investiert.

Mit dem Bayer-Deal setzt Siemens-Chef Klaus Kleinfeld nun seine Strategie fort, sich in ausgewählten, zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern zu verstärken, während er sich von Sparten trennt, in denen Siemens seine hohen Renditeziele nicht aus eigener Kraft erreichen kann.

Die Gesundheitssparte ist einer der Bereiche, die bei Siemens stark wachsen. Sie ist zugleich der profitabelste Bereich des Konzerns. In den vergangenen fünf Jahren kletterte der Umsatz um mehr als die Hälfte auf 7,9 Mrd. Euro. "Wir setzen mit der Übernahme von Bayer Diagnostics konsequent unsere Strategie um", sagte Kleinfeld. "Es entsteht zum ersten Mal in der Gesundheitsindustrie ein integriertes Diagnostikunternehmen, das bildgebende Diagnostik und Labordiagnostik sowie klinische Informationstechnologie unter einem Dach verbindet."

Siemens hat in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 5 Mrd. Euro für Zukäufe ausgegeben. Das Unternehmen hatte unter anderem den österreichischen Technologiekonzern VA Tech sowie den deutschen Getriebespezialisten Flender übernommen. In der Sparte Gesundheit hatte Siemens in den vergangenen sechs Jahren für ebenfalls etwa 5 Mrd. Euro Unternehmen gekauft. Gleichzeitig hat der Konzern verschiedene ertragsschwache Sparten abgestoßen. Den Bereich Kommunikationstechnik etwa brachte Siemens vor kurzem in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der finnischen Nokia-Gruppe ein.

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