Verkauf der Handy-Sparte
Benq-Chef mahnt Siemens-Angestellte

Nach der Übernahme des Siemens-Handygeschäfts hat der Chef des taiwanesischen Benq-Konzerns die Beschäftigten zu Flexibilität aufgefordert. Über alte Vereinbarungen müsse offen verhandelt werden.

HB MÜNCHEN. „Wir erwarten nicht, dass die Deutschen so hart arbeiten wie die Chinesen“, sagte Lee dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Aber in jedem Fall müssen sie erkennen, dass sich die Handysparte in einer sehr kritischen Lage befindet und dass jeder verlieren wird, wenn wir uns gegen den Wandel sperren.“

Benq übernimmt die verlustreiche Handysparte komplett von Siemens und darf die Marke noch fünf Jahre nutzen. Die Arbeitsplätze im Werk in Kamp-Lintfort sind bis Mitte 2006 gesichert. Entsprechende Vereinbarungen, die Siemens mit den Arbeitnehmern getroffen hatte, gelten weiter. „Anschließend werden wir aber offen darüber sprechen müssen, was für alle Seiten am besten ist“, sagte Lee.

Der Benq-Chef machte häufige Managementwechsel für die Probleme in der verlustreichen Siemens-Sparte verantwortlich. „Daher waren die Entscheidungen nicht stetig. Siemens konnte nicht rechtzeitig auf den sich wandelnden Markt reagieren“, sagte er. Die Kosten seien dagegen nicht das größte Übel. Siemens habe allerdings zu stark auf Niedrigpreisprodukte gesetzt. In Hochpreisländern müsse man sich auf Produkte mit hohem Mehrwert konzentrieren.

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