Verkauf der Immobilien wird geprüft
RWE dementiert Umzug der Konzernzentrale

Der Energieversorger RWE will auf jeden Fall an seinem Hauptsitz in Essen festhalten. „Der Hauptsitz der RWE AG bleibt in Essen“, sagte Konzernsprecher Bill McAndrews am Montagabend. Er trat damit Befürchtungen aus Gewerkschaftskreisen entgegen, wonach die RWE an einen anderen Standort umziehen könnte.

HB/dpa ESSEN. Unternehmenskreisen zufolge denkt die RWE derzeit über den Verkauf mehrerer Immobilien in Dortmund und Köln und deren Rückmietung nach, um ihren Schuldenstand schneller zu senken. McAndrews wollte dies nicht bestätigen. Der RWE-Sprecher sagte nur, der Konzern überprüfe seinen Immobilienbestand kontinuierlich auf dessen Rentabilität. Ein Gewerkschaftsvertreter hatte befürchtet, bei einem Verkauf der Essener Zentrale wäre eine Verlegung des Hauptsitzes, möglicherweise auch ins Ausland, leichter.

In Gewerkschaftskreisen wird ein Umzug der RWE Konzernholding an einen anderen Standort befürchtet. Nach dem Verkauf des Konzernsitzes könnte die Holding leichter in eine andere Stadt umziehen, sagte ein Gewerkschaftsvertreter. „Nicht ausgeschlossen ist auch ein Verlegung ins Ausland, wie etwa London.“

Als mögliche Käufer habe der Vorstand „deutsche Versicherungskonzerne“ ins Auge gefasst, hieß es in den Kreisen. Mit dem Erlös will der Konzern den Angaben zufolge seine drückenden Schulden (Ende Juni: 22,3 Milliarden Euro) schneller abbauen. „Möglich ist aber auch, dass mit dem Kapital die kommunalen Eigner von RWE Gas ausgezahlt werden“, hieß es. In Kreisen wird die dafür nötige Summe auf rund 2 Milliarden Euro geschätzt.

Auf der Verkaufsliste stünden neben dem RWE Turm im Essener Stadtzentrum die frühere Firmenzentrale von VEW in Dortmund sowie der Sitz von RWE Power (früher Rheinbraun) in Köln, hieß es. Zu dem erwarteten Erlös machte die Quelle keine Angaben.

Nach einer milliardenschweren Einkaufstour quer durch Europa und Nordamerika war der Schuldenstand des zweitgrößten deutschen Versorgers drastisch angeschwollen. Vorstandschef Harrys Roels will die Verbindlichkeiten bis 2005 auf unter 20 Milliarden Euro zurückfahren.

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