Verkauf der Lagardère-Anteile: Großaktionär steigt bei EADS aus

Verkauf der Lagardère-Anteile
Großaktionär steigt bei EADS aus

Mit dem französischen Medienkonzern Lagardère verkauft der erste Großaktionär seine EADS-Anteile an Investoren. Der Umbau des europäischen Rüstungskonzerns wird damit fortgesetzt.
  • 0

Paris/MünchenDer europäische Luftfahrt- und Rüstungsriese EADS kommt seinem Ziel einer größeren Unabhängigkeit näher. Dazu trennte sich der französische Medienkonzern Lagardere am Dienstag wie geplant von seinen Anteilen an der Airbus-Mutter. Das Unternehmen platzierte sein Aktienpaket von 7,4 Prozent außerhalb der Börse bei Investoren und erlöste damit 2,3 Milliarden Euro.

Einen Teil der Papiere schnappte sich EADS gleich selbst. Im Zuge des laufenden Aktienrückkaufs erwarb der Konzern für eine halbe Milliarde Euro 1,6 Prozent der Gesamtanteile. Mit der Zeit will EADS bis zu 15 Prozent der Aktien kaufen. Die Transaktionen sind Teil der Konzernreform, auf die sich die staatlichen und privaten EADS-Eigner nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems geeinigt hatten.

EADS

Aktionärsstruktur EADS

in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)

Analysten zeigten sich allerdings verwundert, dass EADS-Chef Tom Enders nicht gleich im größeren Stil zugeschlagen hat. "Es ist möglich, dass EADS der Vergrößerung des Streubesitzes zunächst den Vorrang vor der Wertsteigerung durch Rückkäufe gibt", mutmaßten die Experten von JP Morgan Cazenove. "Oder dass sie ihr Pulver zur Kurspflege in den nächsten 18 Monaten trocken halten wollen." Die Lagardere-Platzierung tat dem Börsenpreis der EADS-Anteile zunächst nicht gut: In Paris gaben die Papiere gut zwei Prozent nach.

Die beauftragten Investmentbanken Societe Generale und BofA Merrill Lynch verteilten im Lagardere-Auftrag die Aktien Händlern zufolge zum Preis von je 37,35 und damit gut drei Prozent billiger als zum Schlusskurs vom Montag.

Mit dem Umbau der Aktionärsstruktur will EADS künftig unabhängiger von der Politik werden. Nach dem Vollzug von Lagardere folgt im Jahresverlauf noch der Ausstieg von Daimler. Der Stuttgarter Autobauer will seine Anteile ab Juli abtreten. Deutschland und Frankreich halten künftig Pakete über je zwölf Prozent. Spanien reduzierte jüngst seinen Anteil um 1,15 Punkte auf vier Prozent. Der vor 13 Jahren aus verschiedenen Vorläufern in den drei Ländern geschmiedete Konzern war häufig Anlass für Gezänk zwischen den Regierungen beiderseits des Rheins.

Lagardere will mit dem Milliardenerlös einen Teil seiner Schulden tilgen sowie seinen Eigentümern etwas Gutes tun etwa in Form einer Sonderdividende. Bei Daimler soll der Erlös den operativen Jahresgewinn um einen Milliardenbetrag aufbessern.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verkauf der Lagardère-Anteile: Großaktionär steigt bei EADS aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%