Verkauf der Metro-Tochter
Die Steuerzahler könnten für Kaufhof haften

Wenn Kaufhof an den Investorenkreis um den griechischen Reeder George Economou geht, steigt auch das Risiko für den Steuerzahler. Denn die Landesbanken finanzieren einen erheblichen Teil von Economous Investitionen.
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DüsseldorfHeute ist der Schicksalstag für die zum Verkauf stehende Metro-Tochter Kaufhof, deren Wert Branchenexperten auf mehr als zwei Milliarden Euro schätzen. Im Bieterkampf hat der österreichische Immobilieninvestor René Benko, 34 Jahre alt und milliardenschwer, momentan klar die Nase vorn.

Mehr Klarheit soll die heutige Aufsichtsratssitzung in Düsseldorf bringen, wenn eine Vorentscheidung darüber getroffen wird, mit wem Metro in exklusive Verhandlungen einsteigt. Aber nicht nur für Kaufhof, auch für die deutschen Landesbanken könnte dieser Freitag von ganz großer Bedeutung sein. Der Reihe nach.

Es gilt als gar nicht so unwahrscheinlich, dass die 134 Warenhäuser schon in wenigen Wochen an Benkos Immobilienfirma Signa weitergereicht werden. Gesprächen seien schon geführt worden, erfolgreiche Gespräche, sagte Benko am Mittwochabend dem Handelsblatt. Ein Finanzkonzept hat der Immobilien-Tycoon auch schon geliefert. "Wir haben die Bestätigungen mehrerer europäischer Banken vorgelegt und bewiesen, dass wir in der Lage sind, die Investition mit viel Eigenkapital zu stemmen."

Auf den ersten Blick, kommen die Milliarden von Griechenlands reichstem Reeder und Milliardär George Economou, der sich als Investor hinter Signa verbirgt. Schaut man allerdings genauer hin, so wie es das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" in der aktuellen Ausgabe macht, wird das Konto des 58-jährigen Tankerkönigs von deutschen Landesbanken gefüttert.

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  • Handelsblatt 2010:
    Auch in der jüngsten HSH-Affäre ist Prevent involviert. In dem von ihr übernommenen Auftrag in der Türkei gibt es nach Medienberichten weitere Ungereimtheiten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die den Fall für die Bank untersuchte, ist nach Angaben der Nachrichtenmagazine „Spiegel“ und „Focus“ auf Zahlungen von mehr als 1,5 Millionen Euro gestoßen, die an eine österreichische Steuerberatung für ein demnach „wertloses“ Gutachten geleistet wurden. Der Türkei-Auftrag - Codename „Shisha“ (Wasserpfeife) - hatte einen Korruptionsverdacht aufkommen lassen.
    n einem millionenschweren Rechtsstreit mit einem türkischen Reeder hatte die HSH Nordbank Prevent eingeschaltet, damit die Firma Lobbyarbeit leistet. Nach einem zwischenzeitlich positiven Urteil erhielt Prevent laut Bank mehr als drei Millionen Euro Erfolgsprämie.
    In weiteren Instanzen verlor das Geldinstitut aber letztlich den Prozess und soll Schadenersatz von rund 80 Millionen US-Dollar (60,3 Mio Euro) leisten. Daher will die HSH Nordbank das gezahlte Erfolgshonorar von Prevent zurückhaben.
    Prevent hat mittlerweile die HSH Nordbank verklagt und fordert ausstehende Zahlungen von 800 000 Euro zurück

  • HSH Norbank - auch sonst sehr seriös:
    Die HSH Nordbank hat nach Informationen des Radioprogramms NDR
    Info offenbar versucht, einen der wichtigsten Zeugen der
    Staatsanwaltschaft mit der Weitergabe eines Dossiers unter Druck zu
    setzen. Der vom Chefjustiziar der Bank, Wolfgang Gößmann,
    unterzeichnete halbfertige Untersuchungsbericht wurde unmittelbar
    nach Erstellung an mehrere Zeitungen weitergeleitet. In dem Papier
    wird der frühere Geschäftsführer der HSH-Filiale London, der Spanier Luis Marti Sanchez, mit dubiosen Geldflüssen und mittelbar mit Betrug und Untreue in Verbindung gebracht. Zum Zeitpunkt der Weitergabe war bekannt, dass Sanchez plante, sich auch gegenüber den Ermittlungsbehörden im Verfahren gegen Verantwortliche der HSH
    ausführlich zu äußern und damit den Vorstand um Bankchef Dirk
    Nonnenmacher erheblich zu belasten. Auf Grund des weitergeleiteten
    Dossiers berichteten mehrere Zeitungen in großer Aufmachung über die angeblichen Verfehlungen des Mannes. Allerdings stellte sich wenig später heraus, dass die Vorwürfe haltlos waren. Der Vorstand der HSH hatte den fraglichen Vorgang selbst genehmigt.

  • Gerade die HSH Nordbank fügt sich ausgezeichnet in diesen Kreis.
    Zur Erinnerung.
    Im September 2009 war ein 13-köpfiges Team in der New Yorker Dependance der Landesbank angerückt, bestehend aus hochrangigen HSH-Managern und Mitarbeitern der Münchner Sicherheitsberatung Prevent. Die Mission: Der in Ungnade gefallene Statthalter sollte fristlos entlassen werden. An diesem Tag sollten ihm die Papiere überreicht werden. Doch Roland K. war nicht anwesend.
    In dessen Abwesenheit filzten die Privatermittler Roland K.s Büro - und stießen in seinem Computer auf Kinderpornografie. Der Fall wurde der New Yorker Polizei übergeben. Doch die US-Ermittler kamen schnell zu dem Schluss, dass K. Opfer einer Intrige geworden sei, sein Computer manipuliert war.
    Seitdem ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft wegen Behinderung der Justiz und Vortäuschen einer Straftat (FTD)

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