Verkauf der Pharmasparte steht an
Medikamenten-Nachschub von Altana stockt

Der Vorstand von Altana hat nur wenige Wochen vor dem Verkauf der Pharmasparte Probleme beim Medikamenten-Nachschub eingeräumt.

HB BAD HOMBURG. Für das Atemwegmedikament Daxas könne in Europa frühestens 2009 ein neuer Zulassungsantrag eingereicht werde, schrieb Vorstandschef Nikolaus Schweickart in einem Bericht für die außerordentliche Hauptversammlung am 19./20. Dezember. Dort sollen die Aktionäre den Verkauf der Pharmasparte an den dänischen Arzneimittehersteller Nycomed für rund 4,5 Mrd. Euro absegnen. Auch das zweite neue Atemwegmedikament Alvesco, das in mehr als 20 Ländern eingeführt ist, erfülle bislang nicht die Umsatzerwartungen.

Altana hatte den ersten Zulassungsantrag für Daxas in Europa im November 2005 zurückgezogen und bisher keinen Zeitpunkt für eine Neueinreichung genannt. Der neue Hoffnungsträger soll einmal einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro einspielen. Auch Alvesco hat nach Darstellung des Unternehmens ein solches Umsatzpotenzial. In diesem Jahr werden für Alvesco Erlöse von 16 Mill. Euro erwartet. Vor allem in Deutschland und Großbritannien entwickelt sich der Absatz nicht wie erwartet. Altana-Aktien gaben wegen dieser Nachrichten am Freitag nach.

„Durch diese Verzögerungen wird nach dem Patentablauf des wichtigsten Umsatzträgers von Altana Pharma, Pantoprazol, in den Jahren 2009/10 eine erhebliche Umsatz- und Nachschublücke entstehen, die zu einem wesentlichen Ergebnisrückgang führen wird“, machte Schweickart klar. Der Vorstand gehe davon aus, dass sich der weltweite Umsatz von Pantoprazol 2011 im Vergleich zum Umsatz 2006 mehr als halbieren wird und danach innerhalb von weiteren fünf Jahren auf weniger als ein Viertel sinkt. Für das Nachfolgeprodukt Soraprazan gebe es „Erschwernisse“ durch neue Auflagen der Zulassungsbehörden, so dass sich auch dessen Einführung verzögern dürfte.

Altana-Vorstandschef Schweickart hob hervor, dass mit dem Verkauf der Pharmasparte an Nycomed der Wert des Unternehmens, der zu einem großen Maß auf dem Pantoprazol-Geschäft beruhe, realisiert werden könne. „Nycomed und Altana Pharma können zusammen das Risikoprofil besser ausbalancieren und das gemeinsame Unternehmen langfristig auf eine breitere Produktbasis stellen“, schrieb er. Andere Optionen wie Fortführung des Pharmageschäfts ohne Partner oder der Zusammenschluss mit einem anderen Pharmaunternehmen seien nicht möglich gewesen. Das Angebot von Nycomed sei „die attraktivste erzielbare Lösung“ gewesen. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Hauptversammlung und der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Der Übergang ist zum 1. Januar 2007 vorgesehen.

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