Verkauf der Verpackungssparte möglich
IWKA kommt Wyser-Pratte entgegen

Der Chef des angeschlagenen Maschinen- und Anlagenbauers IWKA, Wolfgang-Dietrich Hein, peilt eine weitere Konzentration der Geschäfte an. Nachdem der Konzern in den letzten Monaten bereits diverse Töchter verkauft hat, stellt Hein nun eine Trennung von der Konzernsparte Verpackungsmaschinen in Aussicht:

KARLSRUHE. „Wenn sich bessere Alternativen bieten, ist auch ein Verkauf der Verpackungssparte möglich“, sagte der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Damit kommt Hein seinem größten Aktionär, dem in deutschen Vorstandskreisen gefürchteten US-Investor Guy Wyser-Pratte, entgegen. Zwar gebe es derzeit keinen Grund, an der Sparte zu zweifeln, betont Hein. Dennoch würden künftig die Investitionen anderswo hinfließen: „Wir werden eher die Robotik stärken als die Verpackung“, kündigt Hein an.

Bisher besteht der weit verzweigte IWKA-Konzern aus 83 konsolidierten Gesellschaften, die im letzten Jahr rund 1,6 Mrd. Euro erlöst haben. Das Geschäft steht auf den drei Säulen Automobiltechnik, Roboter und Verpackungsmaschinen. Auf die Verpackung entfällt rund ein Viertel des Umsatzvolumens. Hein würde mit einer Trennung von der Verpackungstechnik eine Forderung seines größten Aktionärs erfüllen. Der in der Vergangenheit bereits bei Rheinmetall, Mobilcom und Babcock Borsig aktive Wyser-Pratte war im Herbst 2003 mit lautem Presseecho bei der IWKA eingestiegen und hat seinen Anteil inzwischen auf acht Prozent ausgebaut. Er fordert seit langem, den Konzern auf die Robotertechnik rund um die Augsburger Tochter Kuka zu konzentrieren. Rund 60 Prozent des Konzernumsatzes macht IWKA mit Anlagen und Robotern für die Autoindustrie.

Analysten sind sich aber nicht einig, ob eine Konzentration auf diese Sparte richtig ist. Erhard Schmitt von Helaba Trust betont die starke Stellung von IWKA, an der die Autoindustrie nicht vorbeikomme. Dagegen erwartet Peter Metzger von M.M. Warburg, dass einige Hersteller die Investitionen zurückfahren und Werksschließungen nicht auszuschließen sind, was die Roboternachfrage beeinträchtige. Hein zeigt sich aber optimistisch: „In unseren Märkten wird weiter investiert.“ Zwar räumt er ein, dass die Margen durch den Druck der mächtigen Abnehmer schmal seien. Deshalb will Hein auch den Einsatz der Roboter außerhalb der Autoindustrie forcieren, wo man mehr Geld verdienen könne. Der Konsolidierungskurs, den Hein durchzieht, hat ihm auch Kritik eingebracht. Durch hohe Wertberichtigungen ist das Unternehmen 2005 mit 148 Mill. Euro tief in die Verlustzone gerutscht. Und auch 2006 erwartet IWKA rote Zahlen. Für das erste Halbjahr sind überraschend weitere Wertberichtigungen von über 50 Mill. Euro fällig geworden. „Das hat Vertrauen gekostet“, sagt Schmitt von Helaba-Trust. Der Aktienkurs ist in der Folge kräftig gefallen. Die Eigenkapitalquote wird unter zwölf Prozent rutschen – beängstigend niedrig. Hein ficht das nicht an: „Wir haben durch die Verkäufe unsere Cash-Position verbessert und sind solide finanziert.“ Auch werde das operative Ergebnis 2006 deutlich besser sein als 2005. Die angestrebte Marge von drei Prozent dürfte IWKA indes nicht erreichen.

IWKA hat in sich in der Vergangenheit bereits verschlankt: Den Bereich Prozesstechnik rund um Bopp & Reuther hat das Unternehmen zum Teil mit hohen Buchverlusten vollständig verkauft. Weitere Gesellschaften aus den Bereichen Werkzeugmaschinen und Anlagenbau mit einem Umsatz von insgesamt 340 Mill. Euro stehen noch zum Verkauf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%