Verkauf der Zuliefersparte VDO
Autobauer und Gewerkschaften beknien Siemens

Die deutschen Autohersteller und die IG Metall drängen Siemens, den Einfluss auf die Siemens- Automobilzulieferersparte VDO zu behalten.

dpa-afx MÜNCHEN. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" appellieren die Unternehmen an Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, die Sparte nicht an einen Finanzinvestoren zu verkaufen. Die Konzerne befürchteten, der Zulieferer könnte dann eine "kurzfristig orientierte Optimierung" betreiben, zitiert das Blatt einen hochrangigen Automanager. "Private-Equity-Gesellschaften denken in Zeiträumen von drei Jahren, wir in 30 Jahren." Die Beständigkeit des Zulieferers habe für die Hersteller höchste Priorität, berichtet die "F.A.S." unter Berufung auf Branchenkreise. "Nichts hasst die Autoindustrie mehr als Unsicherheit."

Der Vertreter der IG Metall im Aufsichtsrat des Münchner Mischkonzerns, Dieter Scheitor, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus": "Wir haben die klare Erwartung, dass Siemens auch längerfristig - also für mindestens fünf Jahre - die industrielle Führerschaft behält. Wollte das Management davon abweichen, würde dies einen neuen Aufsichtsratsbeschluss nötig machen, dem eine sehr genaue Prüfung unsererseits vorausginge."

Für die VDO-Mitarbeiter berge ein Einstieg eines Finanzinvestors noch größere Gefahren als ein Börsengang, befürchtete Bernd Rübsamen von der IG Metall im Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe). In beiden Fällen könnten tausende Arbeitsplätze gestrichen werden, erklärte er.

Siemens hatte im Januar angekündigt, einen Minderheitsanteil von VDO an die Börse zu bringen. In der Folge signalisierten Finanzinvestoren und Konkurrenten immer wieder Interesse an einer Übernahme.

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