Verkauf für die Sanierung
Ford verkauft Aston Martin

Jetzt ist es offiziell: Der Sportwagenbauer Aston Martin wechselt den Besitzer. Der angeschlagene US-Konzern Ford gibt die Nobelmarke an ein Konsortium um den Motorsport-Unternehmer David Richards ab. Damit kehrt die legendäre Automarke in britische Hände zurück.

HB DETROIT. Der angeschlagene US-Autobauer Ford verkauft seine britische Luxusmarke Aston Martin. Die Transaktion bewerte Aston Martin mit 925 Mill. Dollar, teilte Ford am Montag mit. Käufer seien ein Konsortium aus den Unternehmern David Richards und John Sinders sowie den Beteiligungsgesellschaften Investment Dar und Adeem Investment. Die Marke Aston Martin wird im Rahmen der Transaktion mit 925 Mill. Dollar bewertet. Der Verkaufspreis liegt bei 848 Mill. Dollar. Ford wird einen Anteil im Wert von 77 Mill Dollar an Aston Martin behalten.

Der Verkauf solle im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Weitere Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.

Ford hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Aston Martin ganz oder teilweise zu verkaufen. Damit will der Autobauer Mittel für schlechter laufende Geschäftsbereiche erlösen. Im vergangenen Jahr verkaufte Ford etwa 6500 Aston Martins und steigerte den Absatz damit um rund die Hälfte. Zu den bekanntesten Aston-Martin-Fahrern gehört der Leinwand-Agent James Bond.

„Dies ist eine wundervolle Gelegenheit“, sagte der Sportwagenenthusiast Richards, der sich Monate lang um finanzkräftige Partner bemüht hatte, um die Nobelmarke für Großbritannien erhalten zu können. „Aston Martin ist eine der größten Markenikonen der Welt. Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Zutaten haben, um Aston Martin zu noch größeren Höhen zu führen.“

Richards wird nun Präsident des Vorstandes, allerdings ohne exekutive Vollmachten. Geschäftsführer und damit Firmenchef bleibt der deutsche Ulrich Bez. „Im Besitz von Ford wurden wir eine erfolgreiche, profitable Firma“, sagte Bez. „Auf dieser Grundlage werde ich gemeinsam mit den neuen Besitzern aufbauen.“

Zu dem Eigentümer-Konsortium gehören laut Firmenangaben der US-Banker John Sinders aus Houston (US-Bundesstaat Texas) und der Sammler und Sponsor John Davids, die sich ähnlich wie Richards aus Liebe zu der Marke beteiligen. Gelder in nicht genannter Höhe kamen auch von zwei kuwaitischen Firmen - Investment Dar und Adeem Investment sowie weiteren Investoren aus dem Nahen Osten.

Ford will mit dem Erlös vor allem seine Pläne zur Sanierung des angeschlagenen Konzerns umsetzen. Der Aston-Martin-Verkauf unterstütze die Hauptziele von Ford, die Operationen zu restrukturieren, um bei niedrigerem Absatz und einer geänderten Produktpalette profitabel zu operieren und um die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen, erklärte Ford-Konzernchef Alan Mulally in Dearborn (US-Bundesstaat Michigan). Der Verkauf gebe Aston Martin seinerseits Zugang zu zusätzlichem Kapital, womit das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen könne.

Ford hatte im vergangenen Jahr vor allem wegen der schwachen nordamerikanische Autogeschäfte und roter Zahlen bei Jaguar einen Verlust von rund 12,7 Mrd. Dollar verbucht. Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Volvo gehören zur Premier Automotive Group, der Luxuswagensparte des US-Autokonzerns. Ford versucht in Nordamerika durch die Schließung zahlreicher nordamerikanischer Fabriken, den Wegfall von zehntausenden Stellen und anderen Sparaktionen wieder in die Gewinnzone zu kommen.

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